Mittwoch, 24. Januar 2018

Umbau in Frankreich PSA-Chef Tavares wirbelt Belegschaft kräftig durcheinander

PSA-Chef Carlos Tavares

Carlos Tavares, Chef des Opel Mutterkonzerns PSA, will sich in diesem Jahr in Frankreich von 2200 Mitarbeitern trennen - teils über Regelungen zum Vorruhestand. Zugleich will PSA 1300 neue Kollegen einstellen und die Zahl der Ausbildungsplätze erhöhen. Die Gewerkschaften, deren Zustimmung der Konzern braucht, sind gespalten.

Die Beschäftigten des Opel-Mutterkonzerns PSA bekommen die Umbaupläne von PSA-Chef Carlos Tavares immer mehr zu spüren: Während die Kollegen in Rüsselsheim noch bis Ende dieses Jahres vor betriebsbedingten Kündigungen und Werksschließungen geschützt sind, baut PSA in Frankreich und England Personal ab - und stellt zugleich neue Arbeitnehmer ein.

PSA will sich in diesem Jahr allein in Frankreich von 1300 Beschäftigten trennen. Das Unternehmen nutzt dazu eine Regelung aus der Arbeitsmarktreform von Präsident Emmanuel Macron, die das Arbeitsrecht gelockert hatte.

1300 Beschäftigte sollen das Unternehmen auf freiwilliger Basis verlassen, wie PSA am Dienstagabend bekanntgab. Der Konzern braucht dafür aber die Zustimmung von Gewerkschaften, die mindestens 50 Prozent der Belegschaft vertreten. Zudem sind für bis zu 900 ältere Mitarbeiter Vorruhestandsregelungen vorgesehen, wie eine Sprecherin erklärte.

1300 neue Stellen und 2000 Ausbildungs- und Praktikumsplätze geplant

Gleichzeitig will PSA 2018 mehr als 1300 Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen neu einstellen, mindestens die Hälfte davon junge Nachwuchskräfte. Zudem sollen 2000 junge Menschen Praktikums- oder Ausbildungsplätze bekommen, rund 1000 Mitarbeiter sollen intern umgeschult werden.

Die Gewerkschaft CGT kritisierte die Pläne deutlich, andere Gewerkschaften wie die CFDT äußerten sich positiver: Es sei wichtig, Veränderungen des Unternehmens vorausschauend zu begleiten. Ähnliche Regelungen habe es auch schon in den vergangenen Jahren unter der alten Rechtslage gegeben, so die CFDT. Auch sie kritisierte aber, dass PSA nicht mehr neue Festanstellungen in der Produktion plane - dort arbeiteten derzeit rund 8000 Leiharbeiter.

In den britischen Vauxhall-Werken streicht PSA weitere 250 Stellen, wie das Unternehmen unlängst angekündigt hatte. Bereits im Oktober hatte der Konzern den Abbau von 400 Stellen dort angekündigt. Das entsprach in etwa einem Viertel der Belegschaft. In der Fertigungsstätte wird das Modell Astra gebaut.

Bei der PSA-Tochter in Rüsselheim versucht dasOpel-Management alles, um die Kosten zu senken. So sollen weniger Leiharbeiter beschäftigt und ein früherer Renteneintritt ermöglicht werden. Auch hat Opel in Rüsselsheim jetzt für sechs Monate Kurzarbeit beantragt.

rei mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH