Samstag, 16. Dezember 2017

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PSA-Joint-Venture für E-Motoren PSA-Chef Tavares unter Strom

PSA-Chef Carlos Tavares

Der französische Autobauer PSA treibt seine E-Auto-Pläne mit Macht voran. PSA und der japanische Nidec-Konzern gründen ein gemeinsames Unternehmen zur Entwicklung und den Bau von Elektromotoren, mit denen auch E-Autos auch der Tochter Opel künftig fahren sollen. Die Pläne sind ambitioniert, PSA-Chef Tavares sieht aber enormes Potential.

Der französische Autobauer PSA (Peugeot, Citroën) und der japanische Nidec-Konzern schmieden eine Allianz für Elektromotoren. PSA und Leroy-Somer halten je 50 Prozent an einem neuen Gemeinschaftsunternehmen für die Herstellung dieser Motoren in Frankreich, teilte PSA am Montag mit. Die beiden Unternehmen wollten zunächst 220 Millionen Euro in das gemeinsame Unternehmen einbringen. Das Joint Venture soll seinen Sitz in Carrieres-sous-Poissy in der Nähe von Paris haben.

Nidec hatte im Februar die französische Elektromotoren-Firma Leroy-Somer übernommen und organisiert die Kooperation mit Peugeot nun über diese Tochter. Die Kartellbehörden müssen die Zusammenarbeit noch genehmigen.

Die Elektromotoren seien für die ganze Gruppe bestimmt, also auch für die deutsche Tochter Opel. Die Motoren sollen für vollelektrische, Plug-in-Hybrid- und Mild-Hybrid-Fahrzeuge ausgelegt sein, sagte der verantwortliche PSA-Manager Patrice Lucas.

Einer Präsentation des Vorstands zufolge sieht PSA eine Produktionskapazität von 900.000 Elektromotoren jährlich ab dem Jahr 2022 vor. Nidec und PSA erwarten, dass sich der weltweite Markt für Automobilelektromotoren bis zum Jahr 2030 auf 45 Milliarden Dollar verdoppeln werde.

PSA-Chef Tavares will das Gros der Autos bis 2023 auch elektrisch anbieten

Nach Plänen von Konzernchef Carlos Tavares wolle PSA bis zum Jahr 2023 für 80 Prozent seiner Modelle eine elektrifizierte Version auf den Markt bringen, berichtet Reuters. Eine vollelektrische Version des Peugeot 208 und des geplanten Kleinwagens DS 3 Crossback sind für das Jahr 2019 mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern geplant. Der Peugeot 2008 als kleiner SUV soll im Jahr 2020 auch als batteriebetriebene Version auf den Markt kommen.

PSA hatte Opel und die britische Vauxhall im Sommer für 1,3 Milliarden Euro von General Motors übernommen. Der neue Opel-Chef Michael Lohscheller hatte kürzlich seinen Zukunftsplan vorgestellt. Demnach wolle Opel für jede Baureihe in Zukunft auch Elektrovarianten anbieten. Dabei werde der noch unter GM entwickelte Opel Ampere-E keine Rolle mehr spielen.

2020 wolle Opel mit PSA-Technologie bereits vier Elektromodelle inklusive des neuen Corsa auf dem Markt haben und vier Jahre später jedes Modell auch in einer E-Variante anbieten können. Zu diesem Zeitpunkt solle es keine Fahrzeuge auf GM-Basis mehr im Programm geben. Jeder neue Opel werde im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum geplant, hatte Lohscheller seinerzeit betont.

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mit Reuters

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