Montag, 26. Juni 2017

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Familienholding Porsche SE zieht Bilanz Porsche macht wieder Gewinn - und weiß nichts über Piëchs Verkaufspläne

Porsche-SE-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch: "Es bleibt dabei, dass die Stammaktien von den Familien Porsche und Piëch gehalten werden."

Der Vorstand der Familienholding Porsche SE hat keine Erkenntnisse über den Ausgang der laufenden Gespräche über einen Anteilsverkauf ihres Großaktionärs Ferdinand Piëch. "Wir sind nur informiert, dass es Gespräche gibt. Wir können nicht mal sagen, ob es zu einem Ergebnis kommt", sagte Porsche-SE-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch am Dienstag in Stuttgart.

Die Familien Porsche und Piëch hätten das Management ihrer Holding nur sehr knapp informiert. Auch habe Piëch, der rund 14 Prozent am VW-Großaktionär Porsche SE hält, sein Vorhaben nicht begründet. Doch gehe er davon aus, dass sich an der Eigentümerstruktur der Porsche SE und damit auch mit deren rund 52-prozentiger Mehrheit an Volkswagen nichts ändern werde, sagte Pötsch. "Es bleibt dabei, dass die Stammaktien von den Familien Porsche und Piëch gehalten werden."

Ferdinand Piëchs große Leistungen beim Aufbau des Wolfsburger Konzerns blieben absolut unvergessen, betonte Pötsch. Derzeit werde ein Fest zu Piëchs 80. Geburtstag am 17. April vorbereitet. "Ich bin sicher, wir werden die richtige Art und Weise finden, trotz der ein oder anderen atmosphärischen Eintrübung dem zu entsprechen."

Entscheidung über Aufsichtsrat einen Tag nach Piëchs 80. Geburtstag

Tags darauf, also am 18. April, soll Klarheit herrschen, wer künftig dem Aufsichtsrat der Porsche SE angehören soll, der auf der Hauptversammlung am 30. Mai neu gewählt wird. Dann soll die Einladung zur Hauptversammlung mit den Wahlvorschlägen veröffentlicht werden. Kurz nach den Medienberichten, die anderen Familienmitglieder wollten Piëch aus dem Gremium drängen, wurde der geplante Anteilsverkauf des früheren Firmenpatriarchen bekannt.

Porsche mit 1,3 Milliarden Euro Gewinn - nach Verlust im Vorjahr

Der Aufwärtstrend beim Autobauer Volkswagen Börsen-Chart zeigen hat unterdessen auch dessen Hauptaktionär Porsche SE zurück in die Gewinnzone gebracht. Die Beteiligungsgesellschaft erzielte 2016 ein Konzernergebnis nach Steuern von 1,374 Milliarden Euro, wie sie am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Im Jahr zuvor hatte die Firma wegen des Abgasskandals bei Volkswagen ein Minus von 308 Millionen Euro hinnehmen müssen.

Die Porsche SE (PSE) sei "ein stabiler Ankeraktionär, nicht zuletzt in der Dieselkrise", sagte Vorstandschef Hans Dieter Pötsch, der zugleich VW -Aufsichtsratschef ist. Die PSE hält gut 52 Prozent der Aktien mit Stimmrecht von Volkswagen.

la/dpa/reuters

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