Freitag, 30. September 2016

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Autobauer akzeptiert Schadenersatz Peugeot stimmt Iran mit 400 Millionen Euro gnädig

Der Iran verändert sich: Die Sanktionen sind aufgehoben, alte Geschäftsbeziehungen leben auf, neue entstehen. Die Öffnung seiner Märkte lässt sich die islamische Republik aber indirekt gut vergelten

Erst im vergangenen Monat haben der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroen und der größte iranische Autobauer Iran-Khodro (IKCO) vereinbart, gemeinsam Autos Iran zu produzieren. Nun zahlen die Franzosen direkt an den iranischen Joint-Venture-Partner mehr als 400 Millionen Euro Schadenersatz für die Zeit der Wirtschaftssanktionen.

Die Zahlung gehe an IKCO sagte dessen Chef Haschem Jekke-Sare am Sonntag der Nachrichtenagentur Isna zufolge. Geleistet werde der Schadenersatz überwiegend durch Dienstleistungen und Rabatte, darunter für Autoteile für im Iran produzierte Fahrzeuge.

Das darf man wohl eine teure Eintrittskarte für zukünftige gemeinsame Geschäfte nennen. Oder vielleicht doch besser Anschubfinanzierung? Man darf gespannt sein, ob auch deutsche Unternehmen künftig Schadenersatz zahlen, bevor sie mit iranischen Firmen ins Geschäft kommen.

Für Peugeot ist das Gemeinschaftsunternehmen zweifelsohne von besonderer Wichtigkeit. Mit dem Stopp der Verkäufe im Iran 2012 verlor der französische Hersteller fast 10 Prozent seiner weltweiten Auslieferungen. Die wegen des iranischen Atomprogramms verhängten Sanktionen wurden im Januar weitgehend wieder aufgehoben.

Warum der Iran für deutsche Autobauer nur ein Mini-Bazar wird

rei mit reuters

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