Sonntag, 22. Oktober 2017

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Opel-Käufer in Bestform Peugeot verdient Rekordmarge und zahlt Dividende

Opel und Peugeot: Was die wichtigsten Akteure wollen
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DPA

Der französische Autobauer PSA Group hält sich zum Verlauf der Opel-Übernahmeverhandlungen bedeckt. "Derzeit kann es keine Gewissheit geben, was das Ergebnis dieser Gespräche angeht", sagte Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Nettobarmittel des Herstellers von Peugeot- und Citroën-Fahrzeugen in Höhe von 6,8 Milliarden Euro erlaubten gewinnbringende Investitionen im Interesse der Aktionäre, fügte er hinzu.

Im vergangenen Jahr erzielte PSA ein operatives Ergebnis von 3,24 Milliarden Euro, 18 Prozent mehr als 2015. Der für die PSA-Aktionäre unterm Strich verbleibende Gewinn verdoppelte sich gar annähernd auf 1,73 Milliarden Euro. Der Umsatz sank dagegen wechselkursbedingt um 1,2 Prozent auf 54 Milliarden Euro.

Die operative Marge im Autogeschäft stieg unter anderem dank Preisanhebungen und Kosteneinsparungen auf den Rekordwert von 6 Prozent, nach 5 Prozent 2015. Das Management hob daher sein Margenziel für den Zeitraum 2016 bis 2018 auf im Schnitt 4,5 Prozent an. Zugleich kündigte es die erste Dividende seit sechs Jahren an.

"Die Ergebnisse sind das Resultat unserer Effizienzverbesserungen im Konzern", sagte PSA-Chef Carlos Tavares. Nachdem der Portugiese 2014 von Renault geholt wurde, schaffte der jahrelang kriselnde Hersteller die Wende. Damals beteiligten sich auch der französische Staat und der chinesische Autobauer Dongfeng mit jeweils 14 Prozent der Anteile an einer Kapitalerhöhung, während die Gründerfamilie Peugeot sich auf ebenfalls 14 Prozent zurückzog.

Die von Tavares als Kaufobjekt avisierte General-Motors-Tochter Opel war, mit ähnlicher Modellpalette und noch stärkerem geografischen Fokus auf Europa, lange in ähnlicher Lage. Doch während PSA die Wende gelang, steckt Opel seit dem Jahr 2000 in den roten Zahlen fest. Nebenher interessiert sich PSA auch noch für den malaysischen Autobauer Proton, wo auch Volkswagen Börsen-Chart zeigen als Käufer im Gespräch war.

ak/reuters/dpa-afx

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