Dienstag, 21. August 2018

Zuversicht bei PSA Peugeot-Citroën PSA sieht sich bei Opel-Übernahme auf gutem Weg

Opel-Auto vor einem Peugeot-Logo: Bis Jahresende will Peugeot die Übernahme von Opel abschließen

Vor der Übernahme von Opel setzt der französische PSA-Konzern die deutsche Traditionsmarke unter Zugzwang: PSA zeigt sich so rentabel wie noch nie. PSA-Chef Tavares sieht sich bei der Opel-Übernahme auf einem guten Weg. Eine Sache bereitet ihm jedoch Sorge.

Die Übernahme des Autobauers Opel kommt nach Einschätzung des Käufers PSA gut voran. "Bisher läuft es sehr gut", sagte PSA-Konzernchef Carlos Tavares am Mittwoch in Paris. "Ich bin sehr zuversichtlich über die Art und Weise, diese Arbeit abzuschließen." Der Chef des französischen Autokonzerns mit den Marken Peugeot, DS und Citroën wiederholte frühere Ansagen, wonach das sogenannte Closing der Verträge bis zum Jahresende abgeschlossen werden solle.

Vor der Übernahme glänzt PSA mit guten Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro. Den operativen Gewinn aus dem laufenden Geschäft steigerte der Autobauer dank teurer neuer Modelle und großer SUVs um 11,5 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro.

Mit einer historisch hohen Ertragskraft setzt Peugeot sein Übernahmeziel Opel durchaus unter Zugzwang. Während der Rüsselsheimer Autobauer weiter in den roten Zahlen steckt und dem bisherigen Mutterkonzern GM noch auf der Tasche liegt, ist der französische Autobauer im Kerngeschäft so rentabel wie noch nie. Die operative Rendite kletterte im ersten Halbjahr auf 7,3 Prozent von zuvor 6,8 Prozent. Dabei machten die Franzosen negative Währungseffekte und steigende Rohstoffkosten durch Einsparungen, eine höhere Produktivität und neue Modelle mehr als wett.

Tavares warnt vor Imageschäden durch Kartellvorwürfe

Das könnte durchaus als Blaupause für Opel dienen. Tavares versicherte, dass Opel aus eigener Kraft umgebaut werden solle. "Die Sanierung von Opel wird nicht von Paris aus gesteuert werden", sagte er - das müsse in Rüsselsheim gemacht werden. "Der Turn-Around-Plan wird unter die Aufsicht von (Opel-Chef) Michael Lohscheller gestellt." Tavares fügte hinzu: "Opel wird über seine Produktpalette entscheiden." Er machte gleichzeitig deutlich, dass Opel "viele Synergien" mit den Marken von PSA suchen werde.

Mit Blick auf Kartellvorwürfe gegen große deutsche Autobauer meinte Tavares: "Ich bin zufrieden, dass der Name Opel niemals zitiert wurde in allen Enthüllungen." Er warnte aber davor, dass die gesamte Automobilindustrie auf die Anklagebank geraten könnte. "Das Bild des Automobils verschlechtert sich in Europa. Ich finde das beunruhigend." Falls das Branchenimage schlecht sei, könnten Regelungsinstanzen und Behörden auf der öffentlichen Meinung "surfen" und Entscheidungen fällen, "die schwerwiegende Konsequenzen für die Zukunft der Autoindustrie in Europa haben könnten".

Als Opel-Käufer habe PSA von dieser Verschlechterung nichts zu gewinnen, fügte Tavares hinzu. Er wolle nach den Kartellenthüllungen nicht aggressiv gegen Branchenkonkurrenten vorgehen. "Wir planen derzeit keine besonderen rechtlichen Maßnahmen", resümierte er.

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