Freitag, 14. Dezember 2018

Peugeot kauft Opel und gibt Plan vor Neumann: "Historischer Tag für Opel und Vauxhall"

GM-Chefin Barra (links), PSA-Boss Tavares (Mitte) und Opel-Chef Neumann (rechts): Opel würde laut Neumann von der neuen Größe im Verbund mit PSA profitieren

Nach 88 Jahren wird die GM-Tochter Opel in diesem Jahr unter das Dach des Peugeot-Konzerns schlüpfen. Die Franzosen werden Opel kaufen - für insgesamt 2,2 Milliarden Euro, teilen die Konzerne mit. Der neue Chef macht schon mal klare Ansagen - und gibt keine Standortgarantien.

Der französische Autokonzern PSA wird seinen Marken Peugeot, Citroën und DS weitere hinzufügen: Die Franzosen haben sich mit General Motors (GM) auf die Übernahme des Herstellers Opel verständigt. Der Kaufpreis für die GM-Europasparte mit den Marken Opel und Vauxhall liegt bei 1,3 Milliarden Euro, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Mit einem Marktanteil von dann rund 17 Prozent wolle PSA laut dessen Chef Carlos Tavares zu einem "europäischen Auto-Champion" und zur Nummer Zwei hinter Volkswagen aufsteigen.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann erhofft sich davon neue Wachstumschancen. "Wir würden von der neuen Größe profitieren, aber auch von einer gemeinsamen Fahrzeugentwicklung und der Stärke zweier Unternehmen mit hoch motivierten und hoch qualifizierten Mitarbeitern," sagte Neumann in einer Botschaft an die Mitarbeiter. ""Heute ist ein historischer Tag für Opel und Vauxhall".

Im Video: Nach 88 Jahren bei GM wird Opel französisch

Kurz zuvor hatten die Neumann, Tavares und Mary Barry, Chefin der amerikanischen Opel-Mutter General Motors, auf einer Pressekonferenz in Paris ihre grundsätzliche Einigung auf den Milliarden-Deal verkündet. Die Wettbewerbshüter müssen der Übernahme der GM-Europasparte mit den Marken Opel und Vauxhall noch zustimmen. Bis Ende des Jahres soll das Geschäft unter Dach und Fach sein.

Neben dem Automobilgeschäft erwirbt PSA in einem Joint Venture mit der Großbank BNP Paribas auch das europäische Finanzierungsgeschäft GM Financial, dieses wird mit 0,9 Milliarden Euro bewertet. PSA legt damit insgesamt 2,2 Milliarden Euro auf den Tisch.

PSA-Chef Carlos Tavares will nach der Übernahme von Opel insgesamt 1,7 Milliarden Euro jährlich einsparen. "Wir glauben, dass wird mit diesem Deal die Effizienz auf ein höheres Level bringen können", sagte er in einer Telefonkonferenz für Analysten. Als Beispiele nannte Tavares Mengeneffekte beim Einkauf, die Zusammenführung der Fahrzeug-Plattformen und eine effizientere Produktion. Die vollen Einspareffekte sollen 2026 wirksam werden.

Der Manager erneuerte seine Ansage, dass Opel seine Sanierung weitgehend selbst gestalten müsse: "Die Kehrtwende von Opel muss von den Opel-Leuten und dem Opel-Management geschaffen und umgesetzt werden."

Gelingen soll dies in einer kurzen Zeitspanne: Ab 2020 soll Opel im PSA-Konzern profitabel arbeiten. Dafür soll es einen Drei-Jahres-Plan geben. "Wir streben eine strukturelle und dauerhafte Verbesserung an", sagte PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon. Da der Verkauf von Opel erst Ende des Jahres abgeschlossen werde, greife der Plan von 2018 an. Er müsse vom Opel-Management selbst kommen.

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Schon am Morgen hatte Tavares per Mitteilung verbreiten lassen: "Wir sind zuversichtlich, dass der Turnaround von Opel/Vauxhall mit unserer Unterstützung deutlich beschleunigt wird", erklärte PSA-Chef Carlos Tavares. "Gleichzeitig respektieren wir die Verpflichtungen, die GM gegenüber den Mitarbeitern von Opel/Vauxhall eingegangen ist."

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