Sonntag, 25. Juni 2017

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GM erwägt Verkauf von Opel an Peugeot Peugeot-Chef will mit Opel die Nummer zwei werden

Carlos Tavares: Der Vorstandschef von PSA Peugeot Citroen greift nach Opel

General Motors will Opel abstoßen und damit einen Schlussstrich unter sein verlustreiches Engagement in Europa ziehen. Warum aber gerade Peugeot die Marke mit dem Blitz kaufen sollte, dafür sehen Analysten nur wenige überzeugende Gründe.

Die deutsche Traditionsmarke Opel soll an den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroen verkauft werden. Der US-Mutterkonzern General Motors befinde sich in Gesprächen über eine Zusammenlegung ihrer Rüsselsheimer Tochter mit dem französischen Konkurrenten, bestätigten Sprecher von Peugeot und General Motors am Dienstag. Es sei jedoch noch ungewiss, ob eine Einigung erzielt werde.

Zuvor hatten die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg darüber berichtet. Die Gespräche seien fortgeschritten, eine Vereinbarung könne binnen Tagen verkündet werden, hieß es.

Käme es zu dem Zusammenschluss von Opel und Peugeot, zöge der so fusionierte Autobauer in Europa mit einem Markanteil von 16 Prozent an Renault vorbei und avancierte hinter Volkswagen zum zweitgrößten Hersteller, rechnet Bloomberg vor.

General Motors wiederum zöge damit weitgehend einen Schlussstrich unter sein Engagement in Europa, wo der US-Konzern seit Jahren nur rote Zahlen schreibt. Opel und Peugeot hatten schon einmal vor einigen Jahren eine Allianz angestrebt, am Ende blieb aber lediglich die gemeinsame Produktion von einigen Modellen - zwei "Cross over"-Modelle und ein Nutzfahrzeug.

Aktien von Peugeot Börsen-Chart zeigen und General Motors Börsen-Chart zeigen zogen am Dienstag deutlich an. Auch die Papiere derübrigen Autobauer verbuchten Kursgewinne, weil Anleger offenbar auf den Beginn einer Fusionswelle wetteten. Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer rechnet damit vorerst nicht. Angesichts hoher Investitionen in die Elektromobilität und neue Mobilitätsdienste sei eher mit weiteren Kooperationen in der Branche als mit Fusionen zu rechnen, sagte der Leiter des CAR-Institut an der Uni Duisburg-Essen.

Opel äußerte sich zunächst nicht. Eine Stellungnahme der französischen Regierung und der Familie Peugeot, die je 14 Prozent an dem Zwei-Markenkonzern PSA Peugeot Citroen halten, war zunächst nicht zu erhalten.

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