Freitag, 17. August 2018

Corsa-Produktion ab 2019 ausschließlich in Saragossa Opel baut erstes vollelektrisches Auto in Spanien

Opel Corsa: Im spanischen Werk Saragossa lief der Kleinwagen mehr als 10 Millionen Mal vom Band. Opel verlagert die Produktion der nächsten Corsa-Generation gänzlich nach Spanien

Die nächste Generation des Kleinwagens Corsa stellt Opel ab 2019 ausschließlich im spanischen Saragossa her. 2020 soll dort auch der Elektro-Corsa vom Band laufen - der erste in Europa gebaute Vollstromer der Marke und gesamten PSA-Gruppe. Eisenach wird die Corsa-Produktion verlieren. Was danach kommt, ist unsicher.

Als Michael Lohscheller im Sommer vergangenen Jahres Karl-Thomas Neumann als neuen Opel-Chef ablöste, gewährte der ehemalige Finanzchef des Autobauers wenige Monate später bereits Einblicke in die neue Strategie: Demnach soll Opel zum einen seine Wachstumschancen künftig auch auf Märkten außerhalb Europas suchen - unter General Motors war das den Rüsselsheimern versagt. Zum anderen soll Opel bis 2020 vier neue Elektromodelle auf den Markt bringen.

Den Anfang wird der neue Opel Corsa machen. Die elektrische Version des Kleinwagens soll ab 2020 im spanischen Werk des PSA-Konzerns bei Saragossa vom Band laufen, wie Lohscheller am Mittwoch erklärte. Dies wäre der erste in Europa gebaute Vollstromer der Marke. Bereits im November 2019 soll dort die Produktion des Modells mit Verbrennungsmotor beginnen.

Bislang wurde eine dreitürige Version des Corsa auch im Werk Eisenach produziert. Diese Produktion soll auslaufen und neben dem Opel "Adam" künftig dann am Standort in Thüringen ein Geländewagen vom Band rollen. Das ist allerdings unsicher und Details dazu nicht bekannt.

Die Opel-Beschäftigten in Saragossa stimmten jetzt einer Vereinbarung zu, die Mehrarbeit und eine gedrosselte Lohnentwicklung ermöglicht. Dafür zieht ab 2019 die Produktion des erfolgreichen Kleinwagens Corsa gänzlich nach Spanien

Im Werk Rüsselsheim herrscht Kurzarbeit, ebenso in Eisenach. Die Kollegen in Deutschland sind bis Ende dieses Jahres vor betriebsbedingten Entlassungen geschützt. Auch Werkschließungen sind zunächst nicht vorgesehen.

Eine wichtige Voraussetzung für die Produktion des neuen Modells in Saragossa ist in den Augen der Geschäftsführung die Ende Januar mit den Arbeitnehmervertretern getroffene Sozialvereinbarung. Sie sieht laut Opel vor, dass die Löhne nur moderat steigen und die Lohnentwicklung stärker an die Leistung geknüpft wird. Zugleich werden die spanischen Kollegen mehr und flexibler arbeiten müssen. Die Mehrheit der Mitarbeiter hat dem Abkommen zugestimmt.

Opel verspricht sich durch die Vereinbarung eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit des Werkes. Spanien sei für Opel und PSA ein wichtiger Markt. "Saragossa wird auch weiterhin eine wichtige Rolle im Fertigungsverbund der PSA-Gruppe spielen", versicherte Lohscheller.

Laut Unternehmensangaben baut das Werk Saragossa den Opel Corsa seit 1982. Seitdem liefen fast 13 Millionen Fahrzeuge vom Band, davon mehr als zehn Millionen Opel Corsa. Zudem fertigt die Gruppe dort den Opel Mokka X, Opel Crossland X sowie den Citroën C3 Aircross. Zuletzt beschäftigte Opel in Saragossa 5389 Mitarbeiter.

Seit der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern im August 2017 steht Opel unter erheblichen Kostendruck. Durch eine schlankere Produktpalette, eine kostengünstigere Produktion sowie einen gemeinsamen Einkauf will Opel/Vauxhall bis 2020 jedes Jahr 1,1 Milliarden Euro Kosten einsparen. So soll Opel in drei Jahren in die Gewinnzone zurückkehren und eine Umsatzrendite von 2 Prozent erreichen. In den darauffolgenden Jahren sollen die Kosten sogar um 1,7 Milliarden Euro jährlich sinken.

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