Dienstag, 25. Juli 2017

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Autohersteller Opel-Chef Neumann hält Fusion mit Peugeot für "prinzipiell sinnvoll"

Karl-Thomas Neumann: Hauptsache eigenständig - auch unter dem Dach von PSA

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hält ein Zusammengehen seines Unternehmens mit dem französischen PSA-Konzern für "prinzipiell sinnvoll". Man setzte alles daran, die Zukunft von Opel nachhaltig zu gestalten, verbreitete der Manager am Freitag ebenso auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er habe großes Verständnis für die vielen Fragen der Kunden und Mitarbeiter. Nach Informationen von manager magazin soll Neumann auch im Fall einer Übernahme Chef eines weiterhin eigenständigen Unternehmens Opel bleiben.

Nach Informationen von manager magazin ist ein Verkauf der deutschen Tochter das klare Ziel der Gespräche von GM mit PSA Peugeot Citroen. Für die Franzosen sei dagegen auch eine Vertiefung der seit 2012 bestehenden Kooperation der Marken vorstellbar. GM-Chefin Barra soll PSA unter anderem angeboten haben, die Elektroplattform des amerikanischen Konzerns gegen eine Lizenzgebühr in Europa zu nutzen.

Opel-Chef Neumann will die Marke dem Magazin zufolge bis 2030 in einen reinen Anbieter von Elektroautos umwandeln. Dieses Szenario sei auch für die PSA-Führung denkbar. GM bringt gerade mit dem Chevrolet Bolt und dem Opel Ampera e zwei Elektroautos auf den Markt, die eine Reichweite von 500 Kilometern haben sollen.

Betriebsrat informiert Belegschaft

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass der US-Konzern General Motors sich von seiner europäischen Tochter Opel und deren britischen Schwester Vauxhall trennen und beide Marken an die Franzosen abtreten will. Am Donnerstag waren auf deutscher Seite Hoffnungen geäussert worden, Opel könne von tiefen Einschnitten verschont bleiben. Es gebe durchaus Signale, dass durch die Übernahme keine Standorte in Deutschland geschlossen werden müssten, hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer gesagt.

Sie bezog sich damit nach Angaben der Landesregierung auf eine Telefonkonferenz von Vertretern der Bundesländer mit Opel-Standorten, der Bundesregierung und Arbeitnehmervertretern mit dem Vorstand des Rüsselsheimer Autobauers. Es ist jedoch fraglich, welchen Stellenwert Zusagen von GM vor einem Verkauf von Opel an Peugeot haben, zumal sich der US-Konzern mit der Transaktion aus seinem verlustreichen Europageschäft zurückziehen will. Werksschließungen und Stellenabbau dürften danach Sache des neuen Eigners PSA Peugeot Citroen sein.

Opel und Peugeot konkurrieren mit ihren Klein- und Mittelklassewagen um die gleiche Kundschaft. Deshalb wird erwartet, dass Peugeot nach einer Übergangszeit die Kapazitäten verringern wird, um die Kosten zu senken. Arbeitnehmervertreter befürchten, dass vor allem Opel-Werke davon betroffen sein werden. Am Freitag wollte der Betriebsrat die Belegschaften aller drei Opel-Standorte in Deutschland über die Verhandlungen mit Peugeot informieren.

la/reuters/dpa

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