Sonntag, 18. November 2018

Opel bekommt neue Vorstände für Vertrieb und Finanzen PSA regiert bei Opel nun in der Topetage durch

Opel-Stammsitz in Rüsselsheim

Ist das der neue Einfluss von PSA? Opel hängt wichtige Personalmeldungen nicht mehr an die große Glocke. Dabei hat Opel gerade en passant zwei wichtige Vorstandsposten neu besetzt - und die Umstrukturierung an der Spitze könnte sich auch schnell auf die aktuellen Diskussionen rund um das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim auswirken.

Per 1. August 2018 bekommt die deutsche Traditionsmarke einen neuen Finanzvorstand - und einen neuen Marketing- und Vertriebschef. Beide neuen Manager sind Männer, beide gebürtige Franzosen, und beide arbeiten seit Jahrzehnten für die Groupe PSA Börsen-Chart zeigen , die neue Opel-Mutter.

Frédéric Brunet folgt als Chief Financial Officer auf Philippe de Rovira, der exakt ein Jahr lang Opels Oberfinanzer war und nun eine Stufe höher wieder zum Mutterkonzern zurückkehrt - dort wird er Finanzvorstand der gesamten PSA-Gruppe. Der frühere Wirtschaftsprüfer Brunet ist seit 2004 bei dem französischen Autohersteller tätig.

Gleichzeitig geht ein erfahrener Opel-Manager von Bord: Peter Küspert, der fünf Jahre lang im Opel-Vorstand für Vertrieb, Aftersales und Marketing zuständig war, verlässt laut offizieller Darstellung auf eigenen Wunsch das Unternehmen. Sein Nachfolger in der Opel-Geschäftsführung wird per 1. August Xavier Duchemin, der seit März dieses Jahres als Executive Director Sales für Opel und Vauxhall Europe tätig war. Duchemin ist bereits seit 1991 bei der Group PSA beschäftigt.

Im sechsköpfigen Opel-Vorstand sitzen nun drei PSA-Leute

PSA, weltweit mit den Automarken Peugeot und Citroën unterwegs, installiert damit zwei erfahrene Vertrauensleute in Vorstands-Schlüsselressorts. Opel-Chef Michael Lohscheller lässt sich entsprechend artig in der Presseaussendung zitieren. Er freue sich, dass die beiden das Opel-Managementteam verstärken. Sie seien "starke und anerkannte Führungskräfte mit viel Erfahrung in der Automobilindustrie." Beide sollen laut Lohscheller "eine wichtige Rolle bei der Umsetzung unseres Strategieplans PACE! spielen."

Dieser Satz könnte für zahlreiche Opel-Beschäftigte in Rüsselsheim schnell einen bitteren Beigeschmack bekommen. Im August 2017 ging die Traditionsmarke Opel endgültig an den PSA-Konzern über. Lohscheller ist nun der einzige in der Opel-Geschäftsführung, der bereits vor der Übernahme in dem Top-Gremium vertreten war.

Künftig sind in dem sechsköpfigen Gremium nun drei Manager vertreten, die direkt von PSA entsandt wurden. Neben den neuen Vorständen Brunet und Duchemin ist auch Opels Produktionsvorstand Rémi Girardon seit Jahrzehnten für PSA tätig.

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