Sonntag, 24. September 2017

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Oslo macht Ernst mit Verbrenner-Aus Wie Norwegens Abschied von Diesel und Benzin die Autowelt verändert

Parkplatz für E-Autos in Norwegen

Eine Nachricht aus Oslo hat bei Tesla-Chef Elon Musk am vergangenen Wochenende blanke Euphorie ausgelöst. "Was für ein unfassbar großartiges Land", jubilierte der Chef des US-Elektroautobauers über Twitter. "Ihr Typen rockt."

Was den Milliardär entzückte: Norwegen macht Ernst mit dem Abschied von Diesel und Benzin. Ab dem Jahr 2025 sollen in dem skandinavischen Land keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden. Darauf haben sich vier führende Parteien aus dem linken und rechten Spektrum geeinigt. Im März war bereits die Regierung mit diesem Vorschlag vorgeprescht.

"Es gibt ein Abkommen, dass ab 2025 keine Autos mehr verkauft werden, die von fossilen Brennstoffen angetrieben werden", bestätigte Umweltminister Vidar Helgesen über Twitter auf Anfrage des US-Magazins "Mashable". Es handele sich zwar um kein formelles Verbot. Der Beschluss werde aber gleichwohl "harte Maßnahmen" nach sich ziehen.

Radikaler Schritt mit weitreichenden Konsequenzen

Obwohl Norwegen mit seinen fünf Millionen Einwohnern ein kleiner Automarkt ist, könnte der radikale Schritt weitreichende Konsequenzen für die gesamte Autoindustrie haben. Vor allem wenn das Beispiel Schule macht, dürften abgasfreie Fahrzeuge einen Schub bekommen. Bei einem derartigen Paradigmenwechsel würden die Karten in der Branche neu gemischt.

"Das ist ein Trend, den wir noch in anderen Ländern sehen werden", sagt Auto-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler mit Blick auf Oslos Intervention. Norwegen habe sich bei Umweltgesetzen vielfach als Vorreiter erwiesen, dem andere folgen. "Es ist ein weiterer Schritt, den die Welt in Richtung emissionsfreies Fahren geht", sagt Pieper. "Diese Entwicklung ist praktisch nicht mehr aufzuhalten."

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