Samstag, 29. April 2017

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Die neue Marschrichtung von Volkswagen VW will "Weltmarktführer der E-Mobilität" werden +++ Markenchef Diess spürt "gute Rückendeckung" im Zoff mit Betriebsrat

VW-Chef Matthias Müller (3.v.r.) kurz vor Beginn der Jahresmedienkonferenz, rechts neben ihm VW-Markenvorstand Herbert Diess, daneben Audi-Chef Rupert Stadler.

VW-Chef Matthias Müller hat heute einen delikaten Auftritt: Auf der Jahresmedienkonferenz muss er ein Update des Modernisierungskurses geben und gleichzeitig den Konflikt zwischen VW-Markenchef Diess und Betriebsratsboss Osterloh erklären. Verfolgen Sie Müllers Auftritt im Live-Ticker.

12.30 Uhr: Eine Frage eines britischen Kollegen. Es geht um die Verlässlichkeit der Abgaswerte, sicherheitshalber stöpselt Müller die Kopfhörer ein. Will VW wie auch PSA künftig die Alltags-Spritverbräuche seiner Modelle angeben? VW überlege das auch, erklärt Müller überraschend - allerdings wolle man das noch im deutschen Branchenverband VDA mit anderen deutschen Herstellern absprechen. Die Fragerunde ist damit zu Ende - auch wir machen Schluss.

Um 13 Uhr geht es bei Volkswagen weiter mit der Fragerunde zwischen Vorstand und Analysten. Sie können die Diskussion als Live-Übertragung unter dem Eintrag von 11.55 Uhr weiter unten verfolgen.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Falls Sie noch mehr über Volkswagens Rosskur erfahren wollen: Unsere sämtlichen Beiträge zu Volkswagen finden Sie auf unserer Themenseite, darunter am Nachmittag auch einen Kommentar unseres Auto-Korrespondenten Wilfried Eckl-Dorna zu den Ankündigungen von VW-Chef Müller von heute.

12.25 Uhr: Aufschlussreiche Antwort nach der nächsten Generation von Elektroauto-Batterien: Bis 2025 werde man noch mit Lithium-Ionen-Akkus bei Elektroautos auskommen müssen. "Die Auguren sagen, dass Feststoffzellen-Batterien erst zwischen 2025 und 2030s serienreif sind", drückt es Einkaufsvorstand Garcia Sanz fast schon poetisch aus.

12.15 Uhr: Ein Journalist kritisiert, die Parole, Volkswagen müsse "internationaler, unternehmerischer, weiblicher" werde, sei nun wirklich nichts Revolutionäres; auf dem Podium säßen fast nur Männer, Frauen seien bei dieser Veranstaltung wohl nur dazu da, die Mikrofone herumzureichen. Müller konzediert: Volkswagen diverser zu machen sei vielleicht unter weltweiter Perspektive nichts Revolutionäres, aber "vielleicht für Volkswagen". "Sechs von den neun Leuten hier oben sind noch nicht viel länger als ein Jahr im Amt. Ich hoffe, dass die Hiltrud nicht die letzte Frau auf diesem Podium sein wird."

Zudem eine klare Ansage von China-Vorstand Heizmann zum geplanten Billigauto in China: "Aus heutiger Sicht" werde es nicht unter der Marke Volkswagen verkauft werden. Das ist zwar keine Sensation, weil es die anderen Hersteller ähnlich halten - aber zumindest mal eine wohltuende Direktheit.

12.06 Uhr: Erstaunliche Antwort bei einer Frage nach VWs künftigen Elektroautos. Müller bricht eine Lanze für den verrufenen Dieselmotor. "Diesel spielt eine fundamentale Rolle für Erreichung der CO2-Vorgaben", sagt Müller. Es sei bedauerlich, dass der Selbstzünder auch durch das Zutun seines Konzerns in Misskredit geraten sei - doch die neuen Euro-6-Diesel seien "so sauber wie nur was". Bei aller E-Mobilität werde man künftig dreigleisig fahren - mit besseren Verbrennungsmotoren, Elektroautos und Plugin-Hybriden.

11.55 Uhr: Audi-Chef Rupert Stadler auf die Frage, warum er überhaupt trotz des Abgasskandals noch im Amt sei: Die Kanzlei Jones Day habe neutral untersucht, der Aufsichtsrat (Vorsitz: Müller) habe ihm sein Vertrauen ausgesprochen, das müsse er nicht weiter kommentieren. Das stimmt formaljuristisch natürlich, ist jetzt aber auch keine besonders erhellende Antwort.

Hier können Sie die Konferenz auch in der Live-Übertragung verfolgen:

11.50 Uhr: Müller zu PSA und Opel: Der Zusammenschluss habe keine Auswirkungen auf die VW-Strategie. Eine Frage an Markenvorstand Diess: Wie sieht er seine Zukunft bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen und seine Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat? Diess antwortet anfangs ganz sanft und durchgehend flüssig: Der so genannte Zukunftspakt sei formidabel, er sei "sehr, sehr zufrieden" mit dem Jahr 2016. "Das, was wir 2016 erreicht haben, hat meine Erwartungen deutlich übertroffen" Das kann dann allerdings nicht viel gewesen sein.

Der Abschluss mit dem Betriebsrat sei "richtungsweisend", aber natürlich, und jetzt kommen wir zum Kern, sei das ein "sehr anspruchsvoller Pakt", es geht auch um eine "dramatische Produktivitätssteigerung und Mitarbeiterabbau". Die ersten Wochen der Umsetzung seien "spannungsvoll (...), nicht alles wird dabei glattlaufen". Und zur Rückendeckung: "Ich finde, ich habe eine gute Rückendeckung, wenn ich hier in den Kollegenkreis schaue. Und auch bei den Stakeholdern nimmt sie eher zu." Insgesamt eine souveräne Antwort des im mächtigen Betriebsrat stark umstrittenen Markenchefs.

11.45 Uhr: Nun kommen die feineren, spannenderen Themenfelder. Ausgliederung der Komponentenwerke? Wird dran gearbeitet, da sei nichts eingeschlafen, meint Müller. Batteriezellen-Einkauf: Da fallen Entscheidungen im Lauf des Jahres, versichert Sanz. Und zu Übernahmen anderer Hersteller: Er habe zuletzt nur gesagt, dass er den Chef von Fiat-Chrysler nicht getroffen habe, meint Müller - ausschließen will er Zukäufe natürlich nicht.

11.35 Uhr: Die abgesprochenen Fragen sind nun offenbar zu Ende - Müller ändert merklich den Tonfall. Zu den Frage nach Problemen bei Software-Updates sagt der VW-Chef: "Unsere Updates sind in Ordnung". Sollten Kunden das nicht finden, dann sollen sie halt klagen, befindet er etwas patzig. Auch interessant: Eine eigentlich an Diess gerichtete Frage beantwortet Einkaufsvorstand Garcia Sanz. Müller geht auf den Streit zwischen Diess und Osterloh ein, allerdings etwas nebulös. Dass die Diskussionen scharf seien, sei völlig normal. Aber man bekomme das hin.

11.25 Uhr: Die Fragerunde beginnt. Leider drängt sich auch in Wolfsburg der Eindruck auf, der sich zuletzt häufiger auf Pressekonferenzen großer Konzerne ergab: Die ersten Fragen von Journalisten scheinen mit dem Konzern abgesprochen. Die erste Frage etwa geht an Rechtsvorständin Werner, die zur Beantwortung immer wieder auf dem Bildschirm vor sich schaut. Müller liest die Antwort auf die erste Frage an ihn (es geht um die USA und den Welthandel) in großen Teilen ab. Müller argumentiert für den Freihandel, ist ja klar. Und zum US-Präsidenten begleitete BMW-Chef Harald Krüger Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der werde die Themen der deutschen Autoindustrie gut vertreten.

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