Sonntag, 27. Mai 2018

Toyota und Suzuki planen Kleinwagen-Allianz Dieser Schulterschluss alarmiert VW

Verstehen sich öffentlich prächtig: Akio Toyoda (l.) und Osamu Suzuki (r.) wollen über Kooperationen sprechen

Noch ist nichts fix. Noch betonen beide Seiten, man stehe am Anfang und wolle erstmal über Kooperationsmöglichkeiten sprechen. Doch der gemeinsame Auftritt von Osamu Suzuki und Akio Toyoda ließ an Deutlichkeit kaum zu wünschen übrig: Der Kleinwagenhersteller Suzuki Börsen-Chart zeigen will eng mit Toyota Börsen-Chart zeigen kooperieren - und das lieber heute als morgen.

Die Bosse japanischer Autohersteller wählen ihre Worte gerne mit Bedacht. Doch in der Pressekonferenz, die manager-magazin.de mitverfolgte, betonte Toyoda gleich zu Anfang: Toyotas Kleinwagenmarke Daihatsu habe eine "zentrale Rolle" für das Geschäft mit Kompaktwagen in Schwellenländern. Nach fast zwei Jahrzehnten als Mehrheitsaktionär hatte Toyota erst im August Daihatsu komplett übernommen.

Foto: REUTERS

Auf dieser Basis werde man "Möglichkeiten der Partnerschaft" mit Suzuki diskutieren, erklärte Toyoda. Diesen Satz dürften viele VW-Manager in Wolfsburg mit einem unguten Gefühl zur Kenntnis genommen haben. Denn wenn Suzuki und Toyota eng bei Kleinwagen zusammenarbeiten wollen, kann dies eigentlich nur eines bedeuten: Toyota drängt im großen Stil ins Billigauto-Segment - und hat dafür nun den wohl begehrtesten Partner an der Hand.

Große Autohersteller tun sich schwer mit echten Billigautos

Denn Suzuki ist nicht nur im japanischen Kleinstwagensegment stark - sondern auch in Indien Marktführer. Dort bauen die Japaner gemeinsam mit dem indischen Partner Maruti Kompaktwagen, die neu ab 3500 Euro zu haben sind. Suzuki verdient mit diesen Billigwagen gutes Geld und gilt deshalb in der Branchen als einer der Spezialisten für "Budget Cars". Diese Fahrzeuge, die Millionen Menschen mit schmalem Geldbeutel zu Autokäufern machen sollen, gelten als eines der letzten großen Wachstumssegmente in der globalen Autoindustrie.

Volkswagen bastelt seit gut einem Jahrzehnt an einem eigenen Billigauto, das nun endlich 2018 auf den Markt kommen soll. Doch richtig billig können die Wolfsburger nicht gut, als Verkaufspreis werden nach wie vor rund 8000 Euro kolportiert. Deshalb setzen die Wolfsburger auf Kooperationspartner, die extrem günstig Autos bauen können. Zuletzt im Gespräch war laut Informationen von manager magazin der indische Autohersteller Tata Motors.

VWs Wunschpartner dafür war aber ursprünglich ein anderer - nämlich Suzuki. Doch in Japan haben sich die Wolfsburger bei dem mittlerweile 86-jährigen Firmenpatriarchen Osamu Suzuki eine blutige Nase geholt. Dabei begann alles so hoffnungsvoll: Im Jahr 2010 kauften sich die Wolfsburger bei Suzuki ein, die Japaner erhielten im Gegenzug einen kleinen Anteil am Volkswagen-Konzern.

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