Freitag, 17. August 2018

Reifenhersteller erwirbt ein Fünftel Michelin steigt bei Werkstattkette ATU ein

Bereits in französischer Hand: Jetzt gibt es neben der französischen Mobivia mit dem Reifenhersteller Michelin einen zweiten französischen Anteilseigner der Werkstattkette ATU

Der französische Reifenhersteller Michelin Börsen-Chart zeigen hat sich mit einem Fünftel an der deutschen Werkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU) beteiligt und dafür 60 Millionen Euro ausgegeben. Das gaben die Franzosen am Montagabend bekannt. Weitere Akquisitionen würden erwogen, heißt es.

2016 hatte das französische Familienunternehmen Mobivia die strauchelnde ATU übernommen. ATU betreibt rund 600 Werkstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nun sollen in den 577 deutschen Werkstätten mehr Michelin-Reifen an den Kunden verkauft werden. "Der Einstieg von Michelin wird unsere Entwicklung stärken", sagte ATU-Chef Jörn Werner.

Höhere Rohstoffkosten und der Konzernumbau haben Michelin im vergangenen Jahr belastet. Dank Preiserhöhungen und mehr verkaufter Reifen steigerte der Continental-Rivale den Umsatz um 5 Prozent auf 22 Milliarden Euro, wie der Konzern am Montagabend in Cermont-Ferrand weiter mitteilte.

Michelin steigert Umsatz, Gewinne fallen zurück

Das operative Ergebnis ging um knapp 6 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurück, weil die Preiserhöhungen die höheren Kosten und ungünstigere Wechselkurse nicht gänzlich wettmachen konnten.

Unter dem Strich stieg der Nettogewinn um 1,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro - unter anderem hat der Konzern die Schulden weiter abgebaut und zahlte weniger Steuern. Die Dividende soll von 3,25 Euro auf 3,55 Euro je Aktie steigen.

Im zweiten Halbjahr rechnet Finanzchef Marc Henry mit erneut höheren Rohstoffkosten für die Reifenproduktion, die aber durch Preiserhöhungen wettzumachen seien. Allerdings dürfte der starke Euro das operative Ergebnis nach derzeitigem Stand mit rund 300 Millionen Euro belasten. Währungsbereinigt soll es zulegen, das Volumen verkaufter Reifen soll mit dem Markttrend weiter wachsen.

Rei/Reuters/dpa

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