Mittwoch, 19. September 2018

Abgasprüfumstellung drückt den Absatz Daimler verkauft weniger Autos - Audi wächst

Neue Abgastests drücken den Absatz

Die Umstellung auf neue Abgastests macht deutschen Autobauern zu schaffen. Sowohl Daimler Börsen-Chart zeigen als auch Audi Börsen-Chart zeigen sehen Verzögerungen bei der Umstellung und Zulassung auf den neuen Verbrauchsmesszyklus WLTP seit dem 1. September. Während sich das bei Daimler schon in den Absatzzahlen niederschlägt, legten die Verkäufe bei der VW-Tochter noch kräftig zu. VW-Händler hatten im Vorfeld mit deutlichen Rabatten auf die nahende Umstellung bei den Abgastests reagiert.

Audi-Vertriebschef und kommissarische Vorstandsvorsitzende Bram Schot sprach am Montag nun von "schwierigen nächsten Monaten". BMW Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Börsen-Chart zeigen und Porsche Börsen-Chart zeigen haben ihre Absatzzahlen für den abgelaufenen Monat noch nicht vorgelegt. Im August verkaufte Audi jüngsten Zahlen zufolge noch fast 11 Prozent mehr Autos als vor einem Jahr.

In Europa schnellte die Nachfrage sogar um 21,5 Prozent hoch, weil die VW-Tochter ihren Händlern vor der Umstellung auf WLTP am 1. September noch große Vorräte auf den Hof gestellt hatte. Mit den immer leerer werdenden Lagern flaue der Trend nun jedoch ab. Wegen Verzögerungen bei der Umstellung und Zulassung auf den realitätsnäheren Standard kann Audi einige Modelle vorübergehend noch nicht liefern. Mit einem weltweiten Absatzplus von 5,5 Prozent seit Januar hatte sich der Autobauer vor der Durststrecke aber zumindest ein kleines Polster zugelegt.

Der erfolgsverwöhnte Autobauer Daimler erhielt dagegen den dritten Monat in Folge einen Dämpfer - was den Absatz angeht. Im August sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge der Stammmarke Mercedes-Benz um 8,5 Prozent auf 155.918 Stück, teilte der Konzern mit. Damit ging der Absatz stärker zurück als noch im Juli.

Vor allem in Deutschland und in den Vereinigten Staaten verkaufte Daimler deutlich weniger Mercedes-Benz-Autos. Die neuen Modelle der A- und C-Klasse seien erst vor kurzem auf den Markt gekommen und noch nicht überall im Handel, hieß es. Einige Diesel-Fahrzeuge liefert Daimler zudem derzeit nicht aus, da die neuesten Software-Varianten für die Abgasreinigung vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch nicht freigegeben sind. Nur die Marke Smart konnte ihre Verkäufe um 9,8 Prozent auf 8470 Fahrzeuge steigern.

Besser lief es für den Autokonzern jedoch in China - dort setzte Daimler gut 53.000 Autos der Marke Mercedes-Benz ab, fast 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings nahm auch hier das Wachstumstempo erneut deutlich ab. Dank der starken ersten fünf Monate beträgt das Mercedes-Benz-Verkaufsplus im bisherigen Jahresverlauf noch 1,1 Prozent auf gut 1,5 Millionen. Im Gegensatz zu Audi rechnen die Stuttgarter jedoch damit, dass sich die Lage im vierten Quartal wieder normalisiert, sagte eine Sprecherin.

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Audi meldete unterdessen ebenfalls gestiegene Verkäufe in China um 6 Prozent auf 57.500 Stück. Dabei sank die Zahl der verkauften Autos in China um 7,4 Prozent auf 1,76 Millionen Stück, teilte der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) just am Montag mit. Damit beschleunigte sich der Rückgang im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten noch.

dpa/rtr/kna

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