Sonntag, 23. September 2018

Sonderedition für ausverkauften McLaren-Sportwagen McLaren packt bei Millionärs-Spielzeug kräftig Karbon drauf

McLaren MSO 675 LT Carbon Series: Jetzt mit noch mehr Leichtbau bis zum Dach

Auch bei Sportwagen setzen sich die lautlosen, zumindest teilelektrisch angetriebenen Über-Renner durch? Nicht ganz. Auch um die edlen Benzinbrüder herrscht in gewissen Kreisen heftiges Gerangel, wie der englische Nobelsportwagen-Hersteller McLaren zeigt.

Der aus der Formel 1 stammende Kleinserien-Spezialist stellte vergangenen Dezember sein neues Modell 675LT Spider vor, den Nachfolger des 650 S: 326 km/h schnell, von 0 auf 100 in 2,9 Sekunden, auf 500 Exemplare limitiert. Trotz eines Einstiegspreises von 340.000 Euro war die gesamte Produktion innerhalb von wenigen Wochen ausverkauft.

Jene wohlhabenden Sportwagen-Fans, die damals durch die Röhre schauten, erhalten nun eine seltene zweite Chance. McLaren produziert weitere 25 Stück des Straßenfegers als Spezialedition - mit noch mehr Karbon als das Serienmodell.

Heckansicht des McLaren MSO 675 LT Carbon Series:

Schon bei dem im Dezember vorgestellten 675LT sind neben dem Chassis unter anderem Front- und Heckstoßstange und der vordere Karosserieboden aus dem teuren Leichtbaumaterial hergestellt. Bei dem McLaren MSO 675 Carbon Series LT, wie die Sonderausgabe heißt, bestehen zudem noch Dach, Tonneau und ein paar weitere Teile aus Kohlenstofffasern.

Auch Aston Martin ist auf dem Karbon-Weg

Laut McLaren werden beim 675 Carbon Series 40 Prozent zusätzliche Karbon-Komponenten im Vergleich zum normalen Modell verbaut. Einen Preis für die Karbon-Ausgabe des Modells haben die Briten in landestypischer Zurückhaltung noch nicht genannt.

Karbon ist so belastbar wie Stahl, wiegt aber um 80 Prozent weniger. Um größere Flächen aus Kohlenstofffasern herzustellen, werden Kohlenstofffäden zu Matten "zusammengebacken". Bei Herstellern teurer und sehr schneller Sportwagen ist das Material beliebt, da es die Straßenrenner leichter macht und so bessere Beschleunigungswerte ermöglicht.

Aston Martin Vanquish Zagato Concept: Statt Blechkleid trägt der Wagen ein Vollcarbon-Kleid

Wie weit diese Zuneigung geht, zeigte die britische Marke Aston Martin vor kurzem mit dem Vanquish Zagato Concept: Bei der Studie, die bei dem traditionsreichen Oldtimertreffen Concorso d'Eleganza Villa d'Este vorgestellt wurde, besteht das komplette Blechkleid aus dem Leichtbaumaterial. Zwar ist der vom italienischen Karossier Zagato designte Sportwagen noch ein Konzeptfahrzeug - doch die Chancen für eine Fertigung in exklusiver und damit teurer Kleinstserie stehen ziemlich gut.

An einem Abend komplette Produktion ausverkauft

Extrem schnelle und leichte Sportwagen, deren Neupreis siebenstellig ist, sind unter millionenschweren Autofans derzeit sehr beliebt. Das zeigte sich etwa am Rande des Grand Prix in Monaco vor knapp zwei Wochen: Dort stellte Aston Martin sein gemeinsam mit dem Red Bull Formel-1-Team entwickelten Über-Sportwagen vor, von dem die Briten nur 100 Exemplare produzieren wollen. Nach der Vorstellung war die gesamte Produktion des Modells ausverkauft, berichtete die Financial Times.

Der schwedische Kleinstserien-Hersteller Koenigsegg, dessen Spitzenmodelle deutlich mehr als eine Million Euro kosten, arbeitete in den vergangenen acht Jahren fast immer profitabel. Und auch für Sportwagen, deren Neupreis unter der Million-Euro-Grenze liegt, gibt es genügend Nachfrage: Porsche etwa hat sämtliche 918 Stück seines Hybrid-Sportwagens 918 verkauft - zu Preisen ab 768.000 Euro.

Newsletter von Wilfried Eckl-Dorna

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH