Sonntag, 19. November 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Japaner gehen erneut Sonderweg Mazda baut Elektroauto mit Wankelmotor

Vorbild für Mazda - ein NSU Ro 80 mit Wankelmotor

Der japanische Autobauer Mazda ist für manchen Sonderweg in der Branche bekannt. So hält der Hersteller wenig von Elektrofahrzeugen und baut diese eher widerwillig.

Eine weitere Spezialität von Mazda ist der vielfach totgesagte Wankelmotor - und ausgerechnet diesen will der Konzern nun in Elektroautos einbauen, wie die Fachzeitschrift "Automotive News" berichtet. Das Aggregat soll demnach als Reichweiten-Verlängerer eines Batteriefahrzeugs dienen.

In einem Wankelmotor leiten Kreiskolben ihre Bewegungsenergie ohne Umweg in eine Drehbewegung um. In einem Hubkolbenmotor mit Zylindern und Nockenwelle gibt es dagegen größere Übertragungsverluste.

Das vom Deutschen Felix Wankel erfundene Kreiskolben-Prinzip setzte sich weltweit jedoch nicht durch, Mazda gehört zu den prominenteren Unternehmen, die solche Motoren überhaupt noch lange einsetzten. Allerdings verwendet das Unternehmen derartige Antriebe seit 2012 auch nicht mehr, nachdem sich der RX-8 mit Wankelmotor schlechter verkaufte.

Folgen Sie Nils-Viktor Sorge auf twitter

Der Wankelmotor sei aber als Stromerzeuger für Elektroautos hervorragend geeignet, erläuterte Mazda-Antriebschef Mitsuo Hitomi der Zeitschrift. Kräftig und kompakt sei das Aggregat, dazu vibrationsarm.

Mithilfe von Toyota will Mazda sei erstes Elektroauto in etwa zwei Jahren auf den Markt bringen, eine Variante davon soll laut "Automotive News" den Reichweiten-Verlängerer erhalten. Dazu kommt ein Wagen mit Hybridantrieb. Auch in konventionellen Autos könnte der Wankelmotor ein Comeback erleben, ließ Mazda wissen.

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH