Samstag, 23. Juli 2016

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Abfertigung à la Volkswagen An diesem Flughafen sind Piëch und Winterkorn abgestürzt

Flughafen Braunschweig: Airport des Grauens für Winterkorn und Piëch
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"Kann ich Ihnen helfen?", fragen die Männer vom Sicherheitsdienst hier jeden, der einen Blick durch die Gitterstäbe wirft. Ob hier zufällig mal wieder das VW-Präsidium tagt? "Heute startet und landet niemand mehr."

Dafür gab es hier in den vergangenen Monaten reichlich relevante Flug-Bewegungen. Der Airport Wolfsburg-Braunschweig, der genauso unscheinbar wirkt wie er klingt, ist zum Schicksalsort der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte geworden. Zwei Granden der deutschen und damit auch europäischen Auto-Industrie wurden an diesem Ort vom Thron gestoßen: die einstigen VW-Lenker Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn.

Der Flughafen Braunschweig ist der Ort, den sie als König betraten und wenige Stunden später als nur halbwegs ehrenhaft Entlassener wieder verließen. Auf der Präsidiumssitzung Ende April feierte Winterkorn hier seinen vielleicht größten Überraschungserfolg. Der damalige Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch trat zurück. Und nun, im Zuge der Schadstoffaffäre, bildete wiederum der Flughafen Braunschweig - und nicht die Wolfsburger Konzernzentrale - die sachliche Kulisse für ein persönliches Drama. Am 23. September drängte das VW-Präsidium Winterkorn hier zum Rückzug.

Ein klobiges Verwaltungsgebäude aus den 30er-Jahren dominiert das Gelände. In die Eingangshalle hat die Flughafenverwaltung zwei moderne Passagier-Abfertigungssysteme gequetscht. Hunderte, manchmal tausende Geschäftsleute heben hier täglich ab, die Normal-Manager von Volkswagen, oft auch Mitarbeiter von Bosch, dem Stahlkonzern Salzgitter oder der Modekette New Yorker, die in Braunschweig ihren Hauptsitz hat.

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