Dienstag, 22. August 2017

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Abfertigung à la Volkswagen An diesem Flughafen sind Piëch und Winterkorn abgestürzt

Flughafen Braunschweig: Airport des Grauens für Winterkorn und Piëch
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2. Teil: VWs zuletzt wichtigster Ort: ein futuristischer Hangar

"Unsere Stärke ist, dass Fluggäste hier schnell hinkommen und schnell wieder weg", sagt Boris Gelfert, Geschäftsführer des Flughafens. Einen Komfort-Preis gewinnt der Airport jedenfalls nicht: Kein Konferenzzentrum, keine Shops. Immerhin, ein italienisches Restaurant gibt es. Mittags kommen viele aus der Stadt hierher, wegen des Buffets. "Volkswagen ist nur ein Kunde wie jeder andere für uns." Tatsächlich hat sich der Konzern vor ein paar Jahren von seinem Anteil am Flughafen getrennt. Nun gehört das defizitäre Unternehmen der Stadt Braunschweig sowie umliegenden Kreisen und Kommunen.

Für die Passagiere ist es zur Hoch-Zeit morgens so eng, dass sie sich bis nach draußen vor dem Portal stauen. "Wenn es regnet und schneit, ist das nicht schön", sagt Gelfert. Gelfert - Vollbart, braunes Sakko - blickt vom Balkon über das Rollfeld in Richtung eines supermodernen Hangars, der wirkt, als habe er sich unerlaubt in die Kulisse geschoben: der architektonische Dreh- und Angelpunkt der jüngsten Akte im VW-Drama.

Volkswagen betreibt rund um diesen Hangar samt kleinem Verwaltungsgebäude eine Art Flughafen im Flughafen. Etwas abseits, neben dem Fallschirmspringer-Club und abgeschottet von einem hohen Zaun, gibt es einen zweiten Zugang zum Braunschweiger Flughafen - den für die Top- und Spitzenkräfte des Volkswagen-Konzerns.

Es waren wohl streng logistische Überlegungen, die Volkswagen die entscheidenden Präsidiums-Sitzungen in diesem Hangar haben ansetzen lassen. Aus Hannover ist Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil dank der nahen Autobahn A 2 jeweils schnell vor Ort. Die Arbeitnehmervertreter wie Betriebsratschef Bernd Osterloh und Vize Stephan Wolf rauschen aus Wolfsburg heran.

Besonders bequem haben es naturgemäß die Präsidiumsmitglieder, die mit dem Flieger kommen - eine Option für Wolfgang Porsche (Stuttgart/München), den Chefkontrolleur Berthold Huber (Frankfurt) und - bei der Sitzung im April - Ferdinand Piëch (Salzburg).

Sie können direkt bis zu dem Gebäude rollen und müssen nicht den Umweg über die offizielle Empfangshalle nehmen. "Wir haben den Anspruch auf Exzellenz", sagte Flugbetriebsleiter Luis Antonio Sancha Garcia einmal der VW-Mitarbeiterzeitung.

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