Freitag, 28. April 2017

Lynk & Co verschiebt Europa-Start auf 2019 Chinesisches Carsharing zuerst für Berliner

Da sieht nichts nach Billigheimer aus: Mit diesem SUV-Modell will Lynk & Co ab 2019 in Berlin an den Start gehen

Die chinesische Automarke Lynk & Co hat ein ungewöhnliches Problem: Die Chinesen brauchen länger als geplant, um geeignete Räumlichkeiten für ihre Flagship- und Pop-Up-Stores zu finden. Deshalb legt Lynk & Co erst 2019 los - mit gutem Grund in der Carsharing-Metropole Berlin.

Lynk & Co ist aktuell die jüngste Automarke der Welt: Erst im vergangenen Oktober präsentierte sich die Marke, hinter der die chinesische Volvo-Mutter Geely steckt, mit viel Pomp und Gloria der Öffentlichkeit. Auf der Shanghaier Automesse hat Lynk & Co nun einen Ausblick auf ein künftiges Limousinenmodell gegeben - und ein wenig zurückgesteckt.

Denn in Europa sollen die ersten Fahrzeuge der Volvo-Schwestermarke ab 2019 erhältlich sein, erklärte Lynk&Co-Marketingchef Alain Visser der Fachzeitschrift Automotive News (AN). "Wir glauben, dass wir in Europa zwischen dem ersten Quartal und der ersten Jahreshälfte 2019 starten", erklärte Visser. In den USA wolle man dann einige Monate später loslegen.

Ursprünglich wollte Lynk & Co in beiden Märkten bereits Ende 2018 debütieren - mit einem Crossover-Fahrzeug, das sich die Plattform mit Volvos künftigem Kompakt-SUV XC40 teilt. Bestellen lassen sich die Lynk&Co-Fahrzeuge ausschließlich online, ein klassisches Händlernetzwerk brauchen die Chinesen deshalb weniger.

Doch wie der kalifornische Elektroauto-Pionier Tesla wollen die Chinesen ihre Fahrzeuge in schicken Innenstadt-Geschäften zur Schau stellen. Und genau dabei gibt es offenbar Probleme: Es dauert wohl länger als geplant, sich die geeigneten Orte für solche Ausstellungsräume und Pop-Up Stores zu sichern.

Netzwerk von 500 Markenstandorten geplant

Fest geplant ist aber, dass Lynk & Co zu allererst nach Deutschland kommt - und zwar in die Bundeshauptstadt Berlin. Die gilt aufgrund der vielen verfügbaren Carsharing-Angebote als Mekka für solche neuen Mobilitätsdienste.

Lynk&Co-Fahrzeuge sollen einen Knopf im Inneren haben, der das Auto flugs zum Carsharing-Wagen macht - wenn es gerade nicht von seinem Besitzer benutzt wird. Deshalb starte Lynk & Co "in Städten mit einer hohen Durchdringungsrate von Shared-Economy-Diensten", formulierte es Visser. "Das bedeutet Berlin in Europa und San Francisco in den Vereinigten Staaten", erklärte Visser gegenüber AN.

Lynk & Co will ein Netzwerk von 500 Markenstandorten in Europa und den USA aufbauen, erklärte Visser weiter. Diese sollen in großen Einkaufszentren entstehen und inkludieren auch Flagship-Stores und temporäre Ausstellungsräume.

Mit seinen Vorhaben in China sei Lynk & Co im Zeitplan, so Visser. Der Crossover mit dem Modellnamen "01" werde noch Ende dieses Jahres in den Verkauf kommen. Mitte 2018 starte das Modell "02" in China, die Kompaktklassen-Limousine "03" werde Ende 2018 angeboten. Im Jahr 2020 will Lynk & Co bereits 500.000 Fahrzeuge jährlich weltweit verkaufen.

Als Besonderheiten will Lynk & Co lebenslange Garantie auf seine Fahrzeuge geben und kostenlose Internetverbindungen in den Autos standardmäßig anbieten.

Der Start der Marke erfolgte zwar erst vor einem halben Jahr, war aber von langer Hand geplant: Lynk & Co nutzt gemeinsam mit Volvo entwickelte Plattformen, die in einem eigens dafür gegründeten Jointventure in Schweden konstruiert wurden. Gebaut werden die Autos jedoch in China. Das Design der Autos entstand in Schweden, nach außen hin präsentiert wird die Marke von einem Branchenveteranen. Der gebürtige Belgier Alain Visser stand bereits in Diensten von Ford Börsen-Chart zeigen, Opel und Volvo.

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