Sonntag, 24. September 2017

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VW-Markenchef stellt Strategie 2025+ vor Diess rechnet mit Preissprung für Diesel-Autos

Teuer und wenig Reichweite: Diese VW-Elektroautos lassen viele Kunden links liegen
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Volkswagen

VW drückt aufs Tempo. VW-Markenchef Herbert Diess stellt die Strategie der Kernmarke bis 2025 vor - und verkündet große Ziele. Wie Diess VW nun in eine elektrisch angetriebene Zukunft führen will.

13.15 Uhr: So. Die Kameraleute haben ihre Bilder und Kurzstatements eingefangen - und wir haben noch VW-Markenchef Diess zum Kurzinterview bekommen. Darin erklärt der VW-Manager unter anderem: "Unser Ziel ist es, dass unsere Elektroautos ein vollwertiger Ersatz für herkömmlich angetriebene Fahrzeuge sind". Sie sollen also langstrecken- und familientauglich werden. Mehr zu Diess' Plänen für VW lesen Sie bei manager magazin Online am späteren Nachmittag.

11.35 Uhr: Jetzt drängen die Kameraleute der TV-Anstalten für Einzelstatements ans Podium - wir schauen mal, wie aufgeschlossen Herr Diess möglicherweise dann für Fragen von manager-magazin.de ist.

11.30 Uhr: Werden Motoren deutlich teurer, will ein Journalist in der ausklingenden Pressekonferenz wissen. Antwort Diess: Diesel-Motoren würden durch die strengeren Emissionsvorschriften erheblich teurer. Bei Benzinmotoren würden im Preis ebenfalls steigen. Das sei auch durch die Umstellung auf die 48-Volt-Bordnetze bedingt. Dafür würden Elektroautos billiger - durch die Skaleneffekte bei der Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen, durch verbesserte Leistungswerte. Zudem lägen die Betriebskosten von E-Autos unter den von Verbrennern.

11.20 Uhr: Die Antwort auf die Frage nach dem Einstiegspreis des geplanten Budget Car für China und Lateinamerika umkurvt Welsch wortreich: Solche Fahrzeuge seien keine "Billigautos" minderer Qualität mehr. Sie hätten durchaus ansprechendes Design, teils auch einfache Assistenzsysteme und seien keine Verzichtsmobile mehr. Beim Preis wolle man sich am "marktrelevanten Wettbewerb" orientieren, sagt Welsch - das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Renault hat mit dem Kwid bald auch in Lateinamerika ein SUV für unter 4000 Euro Neupreis auf dem Markt - mal sehen, ob auch VW so weit runter gehen kann.

Frank Welsch

11.05 Uhr: Immer wieder kommen Fragen nach dem VW-Umschwung Richtung Elektroautos. VW-Entwicklungschef Frank Welsch sagt, dass VW aus seiner Sicht keinen Wettbewerbsnachteil bei Batterien habe. "Wir haben Reichweiten, die über 600 Kilometer hinausgehen", erklärt Welsch. Und Diess argumentiert, dass VW mit seinem Elektroauto-Fahrplan ab 2020 richtig liege. Bis dahin werde es in Europa, Teilen Chinas und wichtigen Regionen Nordamerikas eine gute Ladeinfrastruktur geben, auch die Reichweiten der Batterien werden sich bis 2020 deutlich erhöhen.

10.55 Uhr: Eine Journalistin fragt kritisch nach, warum VW nun die große Comeback-Story in den USA plane - schließlich habe es schon einige wenig erfolgreiche Anläufe gegeben. "Mag sein, dass wir uns häufiger um USA bemüht haben", sagt Diess. VW werde in den USA viel Ausdauer brauchen, gibt er zu. Bei Audi habe es auch Jahrzehnte gebraucht. Der neue Plan mit der SUV-Offensive sei "vielversprechend" und sei mit dem Konzern abgestimmt. Doch man werde "nicht in drei Jahren im Volumenwettbewerb mitspielen." In zehn Jahren, meint Diess, sei das aber möglich.

10.45 Uhr: Mit dem erklärten Ziel "Weltmarktführer in der Automobilität" werden zu wollen, deutet Volkswagen eine erneute Kursänderung an. Nach dem rasanten Wachstum der vergangenen Jahre unter dem damaligen Konzernchef Martin Winterkorn hatte die Wolfsburger unter dem Druck der Abgasmanipulation angekündigt, sich vom Ziel der Größe verabschieden zu wollen.

10.40 Uhr: Fragerunde in Wolfsburg. Hält Diess an den Zeitplänen des Ex-VW-Chefs Winterkorn für ein Billigauto fest? Diess antwortet darauf sehr diplomatisch, dass das Budget-Segment, wie er es nennt, "weiterhin Priorität" habe. Für Lateinamerika und China habe der Konzern bereits entsprechende Konzepte verabschiedet. Die entsprechenden Günstig-Fahrzeuge sollten bis 2020 auf den Markt kommen. Für den indischen Markt, wo Neuwagen teils weniger als 3000 Euro kosten, arbeite der Konzern noch an einer Billiglösung, führt dies weiter aus.

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