Samstag, 1. Oktober 2016

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Daimler glänzt mit Bilanz für 2015 Zetsche setzt zum finalen Manöver an 

Daimler-Chef: Dieter Zetsche nimmt nun Kurs auf Erzkonkurrenten BMW

Für 2015 hat Daimler-Chef Dieter Zetsche eine fulminante Bilanz vorgelegt. In diesem Wachstumstempo wird es kaum weitergehen. Doch nun ist die Basis da, auch BMW zu überholen - und das möglichst dauerhaft.

Dieter Zetsche hätte jeden Grund dazu, verbal kräftig aufzudrehen. Für das Jahr 2015 hat er eine goldgeränderte Bilanz abgeliefert: Daimlers Konzerngewinn stieg im vergangenen Jahr um ein Viertel, der Absatz von Mercedes-Pkw um ein Achtel. Und auch bei der Umsatzrendite im Pkw-Geschäft hat Daimler eine Punktlandung hingelegt. Sie lag bei zehn Prozent vom Umsatz - und damit exakt bei der Zielmarke, die Zetsche vor einigen Jahren ausgegeben hatte.

Dennoch hielt sich Zetsche mit Superlativen zurück. "2015 war ein gutes Jahr für Daimler", erklärte der Vorstandschef das schöne Zahlenwerk erstaunlich nüchtern. "Es ist schwer, an die Spitze zu kommen", resümierte Zetsche - das wisse Daimler aus eigener Erfahrung. Noch schwerer sei es, vorne zu bleiben. Doch Daimler gehöre dauerhaft an die Spitze. Das sei der Anspruch des Unternehmens.

Dieses Ziel hat Zetsche schon vor zwei Jahren in konkrete Zahlen gegossen: Bis 2020 soll etwa Daimlers Pkw-Sparte im Schnitt eine Umsatzrendite von 10 Prozent erreichen, die zufriedensten Kunden haben - und bei den Absatzzahlen wieder klar an erster Stelle vor den Erzkonkurrenten BMW und Audi liegen.

Günstige Ausgangslage für Rekordjagd

Im vergangenen Jahr hat Zetsche einige dieser Ziele bereits erfüllt. Bei der Mercedes-Rendite etwa legte er eine Punktlandung hin. Das Problem dabei ist nur: Das zuletzt vorgelegte Tempo mit seinen beeindruckenden Steigerungsraten kann er nicht halten. Bei der Jagd nach Wachstumsrekorden dürfte das Jahr 2015 deshalb Zetsches Zenit markieren. Doch es legt eine gute Basis für ein letztes Überholmanöver des Daimler-Chefs.

Daimlers Höhenflug haben zuletzt auch ein paar externe Faktoren beflügelt. In den USA etwa lief die Autokonjunktur auf Hochtouren, auch in Europa zog der Markt merklich an. Das half Lkw-Spartenchef Wolfgang Bernhard dabei, die kräftigen Rückgänge in Russland und Brasilien auszugleichen.

Doch auch das Pkw-Geschäft hat vom guten Absatzklima in den beiden Kontinenten profitiert. Der schwache Euro und niedrige Ölpreise haben dem Export von Mercedes-Luxusfahrzeugen zusätzlich Schub verliehen. Mit der 2013 eingeführten neuen S-Klasse hatte Mercedes ein leichtes Spiel gegen die Konkurrenten - denn Audi und BMW haben ihre Oberliga-Flagschiffe erst im vergangenen Jahr rundum erneuert.

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