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23.08.2013
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Kältemittelstreit
Industriepolitische Schlacht ums kühle Klima

Von Wilfried Eckl-Dorna

Heißer Streit ums Kältemittel: 4500 Mercedes-Neuwagen, darunter auch viele Modelle der A-Klasse, können Frankreichs Händler derzeit nicht zulassen
Daimler

Heißer Streit ums Kältemittel: 4500 Mercedes-Neuwagen, darunter auch viele Modelle der A-Klasse, können Frankreichs Händler derzeit nicht zulassen

Frankreichs Autohändler horten derzeit 4500 Mercedes-Neuwagen - wegen eines Streits um ein Klimaanlagen-Kältemittel. Am Dienstag entscheiden die Richter. Dabei geht um Sicherheitsfragen - und um Industriepolitik. Denn Kältemittelhersteller fürchten um einen Milliardenmarkt.

Hamburg - Saftiggrüne Wiesen, gelb blühende Felder, dicht bewaldete Hügel: Auf den Bildern der Website 1234fakten.de ist die Umwelt noch in Ordnung. Auch die dazugehörigen Texte passen zur Grundstimmung: In höchsten Tönen wird hier ein Produkt namens Solstice yf gepriesen. Eine "innovative Lösung" einer "globalen Herausforderung" sei das Kältemittel, heißt es auf der Website. Weniger Treibhauspotenzial als Kohlendioxid soll es haben - und nur "minimale Veränderungen" an Klimaanlagen im Auto erfordern.

Betrieben wird die Website wenig überraschend von einem der Hersteller des angeblichen Wundermittels, dem US-Konzern Honeywell. Doch viel genützt hat dem Konzern die Internet-PR in eigener Sache nicht. Zwar hat die Kälte-Chemikalie unter der Bezeichnung R1234yf für Furore gesorgt - doch auf eine andere Art und Weise, als es sich Honeywell erhofft hatte.

Vor knapp einem Jahr veröffentlichte der Autohersteller Daimler Chart zeigen alarmierende Testergebnisse: Bei einem konzerninternen Crashtest fingen Mercedes-Autos Feuer. Zudem entstand bei dem Brand gefährliche Flusssäure. Seither boykottiert der Autohersteller die Kühl-Substanz. Dabei ist R1234yf das einzige Kältemittel, das die Klimaauflagen der EU erfüllt.

Letztlich hat der Streit dazu geführt, dass Frankreich hat Anfang Juli einen Zulassungsstopp für Mercedes-Neuwagen der A-, B-, SL- und CLA-Klasse verhängte. Denn in den Klimaanlagen dieser Modelle füllt Daimler weiterhin das alte, deutlich klimaschädlichere Kältemittel R134a ein. Die Franzosen berufen sich darauf, dass dies gegen EU-Recht verstößt - und lassen die betroffenen Modelle derzeit nicht zu. Bislang teilt die EU-Kommission Frankreichs Ansicht.

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