Freitag, 16. November 2018

BMW-Vertriebschef Robertson "Wir müssen in Metropolen mit neuen Lösungen kommen"

Ian Robertson während einer Präsentation zwischen zwei Mini-Modellen im Jahr 2012

Strengere Emissionsgesetze, eine neue Art Autonutzer, frische Wettbewerber: Deutschlands Autobranche kämpft an vielen Fronten. BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson erklärt, wie die Münchener die Herausforderungen meistern wollen und warum ihre Elektroautos zwei Extreme abdecken.

mm: Herr Robertson, als Sie 2013 ihr Elektroauto i3 auf dem Markt lanciert haben, war die Ansage, der i3 werde vom Marktstart an profitabel sein. Laut "FT" hat BMW in ersten elf Monaten des vergangenen Jahres 15.000 i3 abgesetzt. Haben Sie ihr Ziel erreicht?

Robertson: Wir bringen jedes Modell mit dem Ziel auf den Markt, dass es profitabel ist. Und Teile der Technologie, die wir beim i3 verwendet haben, finden jetzt auch in anderen Modellen Anwendung, beispielsweise im X5 oder der 2er Serie.

mm: Haben Sie das Ziel der Profitabilität denn erreicht?

Robertson: Über den Lebenszyklus wird der Wagen profitabel sein. Wie alle anderen Modelle auch.

mm: In der Branche ist der i3 begeistert aufgenommen worden - allerdings scheint der Markt nicht einfacher zu werden. In den USA erleben dicke SUVs angesichts niedriger Benzinpreise eine Renaissance. Und mit dem Bolt hat GM jetzt einen Wagen vorgestellt, der direkt mit dem i3 konkurriert. Macht Ihnen das Sorgen?

Robertson: Kurzfristige Auswirkungen des Benzinpreises werden zu spüren sein - vor allem in den USA. In Europa eher weniger. Aber die gesetzliche Situation hat sich nicht geändert. Die Emissionsziele in der EU, den USA, in China oder Japan stehen. Die Notwendigkeit, immer emissionsärmere Autos zu entwickeln, bleibt. Vielleicht hat sich der Focus sogar noch verschärft.

mm: Sie sprechen China an, einen enorm wichtigen Markt für BMW. Auch dort setzt die Regierung massiv auf Elektroautos, um den Smog in den Städten einzudämmen. Ausländische Anbieter wie BMW sind aber von den Subventionen ausgenommen.

Robertson: Ja, das stimmt. Aber auch dort machen wir Fortschritte. Und in China sind die Herausforderungen in den großen Städten, was Emissionen angeht, vielleicht noch größer als in Europa.

mm: Einer der Pioniere im Bereich Elektromobilität, Shai Agassi, hat kürzlich erklärt, er sei überzeugt, dass nur Elektroautos erfolgreich sein könnten, die so gut aussehen, dass man damit seine Verabredung abholen wolle. Wie sehen Sie das?

Robertson: Unser Ziel ist es, erstrebenswerte Produkte zu bauen. Und das tun wir - auch im Bereich der Elektromobilität. Auf der einen Seite mit einem Sportwagen, dem i8, der alles hat, was einen richtigen Sportwagen ausmacht. Und auf der anderen Seite mit dem i3 als urbanem Vehikel, das sich aus der Masse abhebt, mit Verkaufsargumenten, die kein anderes Auto hat, Materialien, die sich von allen anderen Anbietern unterscheiden - und letztlich trotzdem ein wahrer BMW ist. Damit decken wir zwei Extreme ab, mit viel Potenzial für den Weg in die Zukunft.

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