Freitag, 16. November 2018

Tesla steigert Quartalsabsatz deutlich Tesla-Aktie zieht kräftig an - trotz eines Nachhol-Effekts

In China kämpft Tesla zwar mit Problemen - doch weltweit konnte der Elektroautohersteller seine Auslieferungen zuletzt deutlich steigern

Der Elektroautohersteller Tesla hat ein kräftiges Auslieferungsplus für das erste Quartal gemeldet. Das schickt die zuletzt gebeutelte Tesla-Aktie Börsen-Chart zeigen nun um sechs Prozent nach oben - obwohl Tesla eigentlich einiges gutzumachen hatte.

Als Tesla am späten Karfreitag seine Absatzzahlen für das erste Quartal bekannt gab, fielen die auf den ersten Blick durchaus beeindruckend aus: 10.030 Fahrzeuge hat Tesla von Januar bis Ende März ausgeliefert, meldete das Unternehmen. Das waren um 55 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erstmals kam Tesla somit in drei Monaten auf fünfstellige Auslieferungszahlen.

Auch deutsche Investoren zeigten sich nach dem Osterwochenende beeindruckt: Bis zum Mittag legte die Tesla-Aktie Börsen-Chart zeigen um mehr als sechs Prozent zu. Die Xetra-Notierung der Tesla-Aktie liegt nun bei mehr als 187 Euro, an der US-Börse Nasdaq wurde die Tesla-Aktie gestern deutlich über 200 Dollar gehandelt.

Offenbar schaffte es Tesla mit dem kräftigen Absatzanstieg, die zuletzt eher maue Stimmung der Investoren aufzuhellen. Denn in den letzten sechs Monaten hat die Aktie des Unternehmens rund ein Viertel ihres Wertes verloren - Grund dafür waren unter anderem Vertriebsprobleme in China.

1400 Autos als Nachholaktion

Allerdings sind in den jüngsten Quartalszahlen auch Nachholeffekte aus dem Vorjahr enthalten. Bei der Vorstellung der Jahreszahlen Mitte Februar erklärte Tesla-Chef Elon Musk, dass sein Unternehmen im Schlussquartal 2014 um 1400 Fahrzeuge weniger ausliefert konnte als es produziert hat. Als Grund dafür gab Tesla neben schlechtem Wetter unter anderem Probleme mit der Verschiffung der Fahrzeuge an. Musk erklärte damals, dass Tesla die 1400 Fahrzeuge im ersten Quartal ausliefern wollte - das ist im ersten Quartal nun wohl gelungen.

Wie viele Fahrzeuge Tesla im ersten Quartal produziert hat, dürfte erst in einigen Tagen bekannt werden. Die Absatzzahlen für das erste Quartal hat Tesla diesmal etwas früher als sonst veröffentlicht. Das könnte ein Zeichen sein, dass Tesla sich um mehr Transparenz bemüht. Analysten fordern dies schon länger.

Für dieses Jahr hat sich Tesla sehr ambitionierte Ziele gesetzt. Im Gesamtjahr will Tesla 55.000 Wagen an die Kundschaft bringen, im vergangenen Jahr waren es 33.600. Immerhin hat Tesla seine eigenen Voraussagen übertroffen. Im Februar erklärte Musk noch, im ersten Quartal rund 9500 Elektroautos ausliefern zu wollen, im Endeffekt waren es knapp über 10.000.

Wird Tesla nun bald zum Hausakku-Anbieter?

Inzwischen schürt Tesla-Chef Elon Musk weiterhin die Erwartungen an sein Unternehmen: Ende März gab er via Twitter bekannt, dass Tesla am 30. April eine große neue Produktlinie enthüllen wolle -allerdings "kein Auto". Teslas Aktienkurs zog nach der Meldung kurzfristig an. Analysten spekulieren auf ein neues Batteriesystem, mit dem in Häusern Energie gespeichert werden kann.

Doch solche Ankündigungen können nicht völlig darüber hinwegtäuschen, dass Teslas Wachstum derzeit nicht ganz reibungsfrei verläuft - neben den von Musk bereits thematisiserten Absatzproblemen in China kämpft der Elektroautohersteller auch mit Hürden beim Vertrieb und in der Produktion.

Das ist bei Autoherstellern nichts Ungewöhnliches oder Unüberwindbares. Es zeigt, dass Tesla erwachsen wird. Jubelmeldungen über neue Absatzrekorde fallen ebenso in diese Kategorie, auch wenn sie bei näherem Hinsehen nicht ganz so hoch ausfallen wie dargestellt. Doch solches Klappern gehört zum Handwerkszeug in der Autoindustrie - und wohl nicht nur da.

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