Montag, 25. März 2019

Nach Übernahme durch Chinesen Kompletter Vorstand geht - Jinfeng gibt Grammer weitreichende Garantien

Hartmut Müller, Gerard Cordonnier, Manfred Pretscher (v.l.n.r.) legen ihre Vorstandsämter beim Autozulieferer Grammer nieder

Beim Autozulieferer Grammer räumt die komplette Führungsriege ihren Posten. Dabei hatte Chef Müller zuletzt noch das gute Verhältnis zum Investor Ningbo Jifeng betont. Immerhin für die übrigen Mitarbeiter gibt es gute Nachrichten.

Überraschende Wende beim bayerischen Autozulieferer Grammer: Nach der Übernahme durch den chinesischen Partner Ningbo Jifeng zieht sich der komplette Vorstand zurück. Sowohl der seit 2010 amtierende Vorstandschef Hartmut Müller also auch seine beiden Kollegen Gerard Cordonnier (Finanzen) und Manfred Pretscher (Technik) wollen ihre Ämter niederlegen, teilte das Unternehmen mit rund 13.000 Mitarbeitern am späten Montagabend in Amberg mit.

Aufsichtsratschef Klaus Probst hat bereits die Nachfolgesuche eingeleitet und betonte, dass die mit Ningbo geschlossenen Vereinbarungen mit Garantien für Standorte und Arbeitsplätze erhalten blieben. Ningbo Jifeng hält inzwischen gut 84 Prozent der Anteile an Grammer.

Ende August - nach Abschluss der Übernahme - hatte Müller von einem stabilen Ankerinvestor für Grammer gesprochen, der die Pläne des Unternehmens unterstütze und beim Ausbau des Geschäfts in China helfe. Müller hatte zudem betont, dass er einen guten Draht zum neuen Eigentümer habe und regelmäßig mit dem Senior-Chef Yiping Wang telefoniere.

Mitarbeiter in der Produktion von Fahrersitzen beim Autozulieferer Grammer in Kümmersbruck (Bayern)

Zudem setze er auf ein langfristiges Interesse der Chinesen an Grammer und vertraue darauf, dass diese es nicht vor allem auf Patente oder Technologien des deutschen Herstellers abgesehen hätten. "Ich sehe keine Gefahr eines Technologietransfers, da wir aufgrund der bei der Übernahme geschlossenen Vereinbarung weiter die volle Kontrolle haben", sagte er.

Zusage für nationale und internationale Standorte

Jimin Wang, Junior Chef, des neuen Grammer-Eigentümers versicherte in einer Mitteilung am Montagabend: "Ich möchte bestätigen, dass Grammer unabhängig bleibt und unsere gemeinsame Strategie vollständig auf den Bestimmungen des am 29. Mai 2018 bekannt gegebenen Zusammenschlusses basiert. Wie zu diesem Zeitpunkt vereinbart, verpflichtet sich Jifeng, keine Kürzungen bei der derzeitigen Belegschaft einzuleiten, beabsichtigt keinen Beherrschungsvertrag und beabsichtigt derzeit nicht, mehr als zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat von Grammer zu berufen."

Jifeng beabsichtige nicht, Grammer von der Börse zu nehmen. Die bestehende Strategie, Finanzierungs- und Dividendenpolitik werde fortgeführt. Grammers Marke und Standorte blieben erhalten.

rei mit dpa

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