Dienstag, 6. Dezember 2016

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Selbstfahrendes Auto verursacht erstmals Unfall Busfahrer verwirrt Google-Auto - da kracht's

Googles selbstfahrendes Auto: Der Datenkonzern räumt Unzulänglichkeiten ein

Dass Googles selbstfahrende Autos noch nicht perfekt sind, ist soweit bekannt. Nun hat ein solches Fahrzeug allerdings offenbar zum ersten Mal einen Unfall verschuldet.

Das Fahrzeug vom Typ Lexus RX450h sei Mitte Februar in Mountain View bei San Francisco gegen einen Linienbus gestoßen, als es ein Hindernis habe umfahren wollen, erklärte der Internetkonzern in einer Stellungnahme für die Behörden. Nach Angaben von Google aus dem Unfallbericht wollte der Roboterwagen die Spur wechseln, ließ dabei zunächst mehrere Fahrzeuge durch und fuhr dann los, während sich der Bus annäherte. Bei dem Zwischenfall wurde demnach der Kotflügel des Busses beschädigt. Verletzt worden sei niemand.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet räumte am Montag ein, einen Teil der Verantwortung zu tragen. Das Fahrzeug und auch sein Testfahrer hätten angenommen, dass der Bus abbremse oder das Auto durchlasse. Es sei genügend Platz vorhanden gewesen.

Kollision bei geringer Geschwindigkeit

Demnach war das Google-Auto mit einer nur sehr geringen Geschwindigkeit von weniger als drei Stundenkilometern (zwei Meilen pro Stunde) unterwegs, während es beim Bus 24 Stundenkilometer waren. Der Konzern, der in Mountain View beheimatet ist, aktualisierte nach eigenen Angaben die Fahrzeugsoftware, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden. Wer die Schuld an dem Unfall trägt, ist nicht offiziell festgestellt worden.

Die selbstfahrenden Autos mit Google-Software sind in mehr als sechs Jahren über zwei Millionen Kilometer gefahren und waren dabei in gut ein Dutzend kleinere Unfälle verwickelt, während die Software die Kontrolle hatte. Meist wurden sie von anderen Autos mit Menschen am Steuer von hinten angefahren.

Fälle, in denen ein Fehler der Software den Unfall verursachte, wurden bisher nicht bekannt. Zugleich greifen auch die am Steuer sitzenden Mitarbeiter immer wieder ein, wenn sie den Eindruck haben, dass die Software überfordert sei.

Google versucht gerade, die Behörden davon überzeugen, auch Fahrzeuge ohne Lenkrad auf Straßen fahren lassen zu dürfen. So kritisierte der Konzern im Dezember Vorschläge aus Kalifornien, nach denen auch selbstfahrende Autos mit Lenkrad sowie Gas- und Bremspedalen ausgestattet sein müssen, wenn sie im Straßenverkehr unterwegs sind. Auch ein Fahrer mit Führerschein wäre demnach vorgeschrieben.

Im November hatte Google erklärt, in der Versuchsphase mit selbstfahrenden Autos habe es 17 Bagatellunfälle gegeben, die aber alle nicht von den Fahrzeugen verursacht worden seien.

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nis/rtr/dpa

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