Samstag, 10. Dezember 2016

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Google Car Googles selbstfahrendes Auto verspätet sich um Jahre

Die Welt des Google Car: Kameras, Sensoren und Satelliten weisen den Weg

Unfallfrei, land- und stadttauglich soll es sein. Und der Technologiekonzern Google kommt mit seinem selbstfahrenden Auto voran. Dennoch dürfte das Google Car nicht, wie offiziell geplant, ab 2017 an Privatnutzer verkauft werden - ein neuer, sehr persönlicher Termin ist aber schon in Sicht.

Mountain View - Larry Page und Sergey Brin, die Gründer des Technologiekonzerns Google Börsen-Chart zeigen, haben sich die Welt innerhalb des Konzerns gut aufgeteilt. Während Page vor allem die virtuellen Werkzeuge vorantreibt, darunter Google Books oder Google Street, ist Brin eher der Mann für die greifbaren Innovationen, sei es die Datenbrille Google Glass oder das selbststeuernde Auto.

Die Vorgaben der beiden Konzernlenker sind allerdings oft sportlich. Im Jahre 2012 etwa nannte Brin das Ziel, bis 2017 ein serienreifes Roboterauto, ein Google Car, auf den Markt zu bringen. Daraus wird aber wohl nichts. Denn Googles zuständiger Projektleiter Chris Urmson wischte das Datum am Rande einer Demonstrationsfahrt mit zahlreichen US-Journalisten vom Tisch.

Auf die Frage eines Reporters, wie es denn um die Deadline 2017 stehe, sagte Urmson: Sein persönliches Ziel sei, die Technologie bis zum 16. Geburtstag seines Sohnes serienreif zu haben - in den USA ist in diesem Alter die Führerscheinprüfung möglich.

Urmsons Sohn wird allerdings erst in fünfeinhalb Jahren 16. Den Aussagen des Google-Managers zufolge dürfte ein marktfähiges, selbstfahrendes Google-Auto also frühestens Ende 2019, Anfang 2020 auf amerikanischen Straßen rollen.

Drei Gründe dürften für die verzögerte Marktreife ausschlaggebend sein:

  • So spricht Urmson selbst davon, dass trotz aller von Sergey Brin gesetzten Fristen die Einführung des selbstfahrenden Autos ultimativ von der Sicherheit der Technologie diktiert werde. Und hier sei noch einiges zu tun. Allein die Fahrzeugkontrolle in städtischen Gebieten sei hundertmal schwieriger als auf Landstraßen.
  • Ebenfalls noch nicht entschieden ist offenbar, ob Google künftig selbst den Wagen bauen wird oder mit einem Autohersteller zusammenarbeitet. Für etablierte Firmen dauert es derzeit rund drei Jahre, ein neues Auto zu entwickeln. Intern habe es eine "große Debatte" darüber gegeben, ob es besser sei, ein eigenes Auto zu bauen oder eine Partnerschaft einzugehen, sagte Sebastian Thrun, Gründer des Google-Forschungslabors Google X, am Rande der jüngsten Testfahrten.
  • Wissenschaftler weisen zudem darauf hin, dass Versicherungs- und Haftpflichten bislang nicht geklärt seien. "Es handelt sich um eine Innovation, die die politische Entscheidungsfindung hinter sich gelassen hat", sagt etwa Susan Shaheen, Professorin für Transportwesen an der University of California in Berkley gegenüber der Financial Times.

Der Weg zum Google Car ist also noch lang. Dennoch hat sich seit dem Projektstart 2009 vieles getan. So haben die mit Kameras und Sensoren ausgerüsteten Roboterwagen der Marken Toyota Börsen-Chart zeigen Prius und Lexus inzwischen mehr als eine Million Kilometer in Kalifornien, Nevada, Florida, Texas und rund um Washington zurückgelegt. Unfälle haben die Google Cars dabei im Übrigen nicht verschuldet, versichert der Konzern.

Unfallfrei waren sie allerdings auch nicht. So kam es Google zufolge mehrfach vor, dass hinterherfahrende Autos vor einer roten Ampel auf das bremsende Google Car aufgefahren seien.

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