Mittwoch, 28. September 2016

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Chevrolet Bolt geht noch 2016 in Produktion Dieses Elektro-Wägelchen soll Tesla in die Parade fahren

Aktuelles Reichweiten-Ranking: So weit kommen die Elektroautos
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Opel

Amerikas Autoriese General Motors (GM) baut seinen Verteidigungslinie gegen die Elektroauto-Konkurrenz aus Kalifornien auf: Vor einem Jahr hat General Motors auf der Detroit Motor Show sein erstes reines Elektroauto vorgestellt. Jetzt präsentierte die Opel-Mutter die Produktionsversion des Chevrolet Bolt - und bewarb das Fahrzeug als erstes alltagstaugliches Elektroauto für den Massenmarkt.

Denn ab 2017 will der Elektroauto-Spezialist Tesla sein Einstiegsmodell Model 3 in den Handel bringen - und da möchte GM die kalifornische Konkurrenz gleich von Anfang an ausstechen.

Die eigentliche Überraschung der Bolt-Präsentation war nicht das Auto an sich, sondern der eilige Starttermin: Das Auto soll schon im laufenden Jahr und nicht erst 2017 in die Serienproduktion gehen. Der Preis für den E-Stromer soll wie bereits vor einem Jahr angekündigt nach Abzug staatlicher Vergünstigungen bei 30.000 Dollar liegen, sagte GM-Chefin Mary Barra auf der Technik-Messe CES in Las Vegas.

Die Reichweite des kompakten Fahrzeugs soll bei mehr als 320 Kilometern liegen. Die Batterie könne in 60 Minuten auf 80 Prozent der Kapazität aufgeladen werden. GM will bei Kunden auch mit kleineren Details punkten: Der Rückspiegel ist ein Display, auf dem Bilder von einer Kamera übertragen werden.

"Ich habe keine Zweifel, dass sich die Autoindustrie in den kommenden fünf bis zehn Jahren stärker verändern wird als in den vergangenen 50", sagte Barra. Mehr Menschen wollen Autos nur nutzen statt besitzen, die etablierten Autohersteller bekommen neue Konkurrenz von kleinen Entwicklern von Elektroautos.

Daher gilt der Bolt als ein besonders wichtiges Auto für GM - und zugleich als Kampfansage an Tesla. GM wolle im Wettbewerb auch seine Größe als Vorteil ausspielen, zum Beispiel das Händlernetz, sagte Barra weiter.

Der Bolt steht laut GM auf einer neuen Plattform, die um eine im Wagenboden integrierte Batterie herum konstruiert wurde. Das Auto hat ein ähnliches Format wie der BMW i3 oder der Honda Jazz. Neben dem Antrieb soll er vor allem eine intelligente Vernetzung bieten. So erscheinen auf dem Touchscreen in der Mittelkonsole laut Barra nur Routen, die nach Tageszeit, Geländeprofil, Temperatur und Fahrergewohnheiten speziell für den Elektroantrieb optimiert werden.

Viele Funktionen des Wagens lassen sich über ein Smartphone abfragen oder steuern. Es gibt eine spezielle App für den Einsatz in Carsharing-Programmen und sozialen Netzwerken. Außerdem soll der Bolt über eine besonders stromsparende Bluetooth-Technologie zur Synchronisation mit dem Smartphone verfügen.

Zwar wird es den Bolt zunächst nur in Amerika geben, doch nach Angaben von Opel bildet er auch die Basis für ein Elektrofahrzeug der deutschen GM-Tochter.

Dieser Wagen soll dann mit weitgehend eigenständigem Design im Herbst vorgestellt und Anfang 2017 verkauft werden, heißt es aus Unternehmenskreisen der deutschen Zentrale in Rüsselsheim.

rei/wed/dpa

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