Donnerstag, 15. November 2018

Autobauer befürchtet Jobverluste General Motors warnt Donald Trump vor Strafzöllen

Importzölle auf ausländische Autos könnten letztlich zu einem "kleineren GM" führen, warnt der Autobauer General Motors unmissverständlich den US-Präsidenten
REUTERS/Mike Stone
Importzölle auf ausländische Autos könnten letztlich zu einem "kleineren GM" führen, warnt der Autobauer General Motors unmissverständlich den US-Präsidenten

Der größte Autobauer der USA warnt Donald Trump eindringlich vor höheren Zöllen auf Autos aus dem Ausland. Höhere Zölle etwa auf deutsche Importwagen oder Autoteile würden letztlich auch General Motors schaden und zu Jobverlusten führen.

Der größte US-Autokonzern General Motors (GM) hat US-Präsident Donald Trump vor höheren Einfuhrzöllen auf Fahrzeuge aus dem Ausland gewarnt. Sollte die Regierung die Handelsschranken für Autohersteller erhöhen, so berge dies Risiken, die auch in den USA der Wettbewerbsfähigkeit schaden und zu Jobverlusten führen könnten, teilte der Konzern am Freitagabend (Ortszeit) mit.

Zuvor hatte bereits der Lobbyverband Auto Alliance, zu dem neben GM auch Branchengrößen wie Ford, Toyota oder Volkswagen zählen, vor hohen Kosten für Verbraucher gewarnt. "Zölle auf Autos und Autoteile erhöhen die Preise für Kunden, sie vermindern die Auswahl und laden Handelspartner zu Vergeltungsmaßnahmen ein", hieß es in dem Appell.

Trump droht im Handelsstreit insbesondere der Europäischen Union mit höheren Zöllen auf Autoimporte und lässt derzeit untersuchen, ob diese eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen. In dem Fall könnten die USA Strafmaßnahmen verhängen. Trump hat mehrfach ausdrücklich deutsche Autobauer kritisiert.

Mit der gleichen - höchst umstrittenen - Begründung hatte seine Regierung zuletzt schon hohe Zölle auf Stahl und Aluminium verhängt. Sie könnte die Grundlage für Einfuhrzölle auch auf Autos aus dem Ausland sein. Trump selbst hatte mehrfach Zölle von 20 Prozent ins Gespräch gebracht. Derzeit fallen bei Pkw-Importen aus der Europäischen Union (EU) 2,5 Prozent Zoll an, Pickups müssen mit 25 Prozent verzollt werden.

Die USA wollen noch im Juli die Prüfung abschließen, ob sie auf die Einfuhr von Autos aus Europa höhere Zölle erheben sollen. Die Untersuchung werde in drei bis vier Wochen beendet sein, sagte Trump am Freitag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine auf eine entsprechende Frage.

Höhere Zölle könnten jedoch dazu führen, dass die US-Wirtschaft von den internationalen Märkten isoliert würde, schrieb General Motors Börsen-Chart zeigen in seiner Einschätzung. Für das amerikanische Traditionsunternehmen würde das Risiko bestehen, dass seine Präsenz auf dem Heimatmarkt und in der Welt schrumpfe.

rei/dpa/Reuters

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