Samstag, 3. Dezember 2016

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GM-Tochter fährt noch Verluste ein Opel vertröstet aufs laufende Jahr

""Wir behalten die Gewinnschwelle fest im Visier" Opel-Chef Karl-Thomas Neumann

Während die Mutter General Motors in 2015 einen Rekordgewinn einfuhr, verharrte Opel in der Verlustzone. Doch es gibt ermutigende Signale und in diesem Jahr will Opel-Chef Neumann wieder Gewinne schreiben.

Der Autobauer Opel hat die Verlustzone im Jahr 2015 erwartungsgemäß noch nicht verlassen. Nach der am Mittwoch in Detroit vorgelegten Bilanz des Mutterkonzerns General Motors (GM) blieb im Europageschäft unter dem Strich ein operativer Verlust von 813 Millionen Dollar (744 Millionen Euro). Das ist gut eine halbe Milliarde weniger als im Vorjahr (1369 Millionen).

Allein im vierten Quartal 2015 war der operative Verlust im GM-Europageschäft auf 298 Millionen US-Dollar gesunken nach 393 Millionen Dollar im Schlussquartal 2014.

Währungseffekte und der Rückzug aus dem russischen Markt belasteten das Geschäft. Opel will in diesem Jahr in die Gewinnzone zurückkehren. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann bekräftigte in einem Schreiben an die Mitarbeiter die Planungen: "Wir behalten die Gewinnschwelle fest im Visier. Das ist und bleibt zwar ein ambitioniertes Ziel, aber ohne Ehrgeiz gibt es keinen Fortschritt."

Der Absatz von Autos der europäischen Marken Opel und Vauxhall stieg 2015 leicht von 1,076 Millionen auf 1,112 Millionen, wie GM weiter berichtete. Opel selbst lieferte dabei so viel Autos aus wie seit 2011 nicht mehr. Zum Jahresauftakt 2016 hat die Marke mit dem Blitz auf ihrem deutschen Heimatmarkt deutlich mehr Autos verkauft.

Für den ersten Monat des laufenden Jahres meldete Opel ein Absatzplus von 22 Prozent gegenüber dem Januar 2015. Große Hoffnungen liegen auf der Neuausgabe des Kompaktmodells Astra.

Opel-Mutter General Motors fährt Rekordgewinn ein

General Motors selbst fuhr im vierten Quartal einen Nettogewinn von 6,3 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro) ein, im vorjahr waren es 1,1 Milliarden Dollar. Vor allem der SUV- und Pickup-Boom im Heimatmarkt und starke Geschäfte in China ließen bei GM die Kassen klingeln.

Allerdings sind die Zahlen schwer vergleichbar, weil das Ergebnis im Vorjahr stark unter hohen Rückrufkosten nach einer Pannenserie wegen defekter Zündschlösser gelitten hatte.

Doch auch operativ lief es zuletzt besser als erwartet - der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn legte von 2,4 auf 2,8 Milliarden Dollar zu und erreichte damit eine Rekordhöhe. Den Umsatz hielt GM im Schlussquartal stabil zum Vorjahr bei 39,6 Milliarden Dollar.

Auf Jahressicht fuhr GM 2015 einen Rekordgewinn von 9,7 (2014: 2,8) Milliarden Dollar ein. Wegen des starken Dollar fiel der Umsatz indes um 2 Prozent auf 152,4 Milliarden Dollar.

rei/dpa/reuters

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