Dienstag, 11. Dezember 2018

Profitabilität Geely hängt selbst BMW ab

Geely-Hauptaktionär und Gründer Li Shufu weiß, wie man profitabel Autos baut

Die Autos von Geely kosten im Schnitt rund 9500 Euro. Dennoch macht der chinesische Autobauer damit prozentual mehr Gewinn als viele Wettbewerber. Selbst Premium-Hersteller wie BMW hätten bei der Profitabilität das Nachsehen, zeigt eine Studie.

Der chinesische Autobauer Geely ist für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer der "Profitabilitäts-Star der Autobranche". Obwohl das durchschnittliche Geely-Fahrzeug nur 9529 Euro koste, blieben dem Unternehmen 14,4 Prozent vom Umsatz als Gewinn vor Zinsen und Steuern. Das sei weit mehr als bei BMW, Toyota, VW, PSA-Opel oder anderen Branchengrößen.

Geely habe im ersten Halbjahr 766.630 Neuwagen verkauft - 99 Prozent davon in China. "Auch das trägt zur guten Marge bei Geely bei, denn noch lassen sich in China eben bessere Preise als in anderen Märkten durchsetzen", erklärte Dudenhöffer in einer Studie.

Der VW-Konzern, größter Autobauer der Welt, kam auf eine Gewinnmarge von 8,2 Prozent im Autogeschäft. Geely ist Teil der Zhejiang Geely Holding, zu der auch Volvo Cars, London EV-Taxi, Lotus und 10 Prozent der Daimler-Aktien gehören.


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Ein Großteil des Erfolgs von Geely stamme von der mit Volvo entwickelten Kompaktwagen-Plattform, erklärte Dudenhöffer. Alle Plattformen stelle Geely auch dem malaysischen Autobauer Proton zur Verfügung, der ihm ebenfalls zur Hälfte gehört.

"Was Ferdinand Piëch ab 1993 mit seiner Plattform-Strategie bei VW umsetzte und dabei den modernen VW-Konzern schuf, baut der Geely-Hauptaktionär und Gründer Li Shufu in gewisser Weise nach", sagte Dudenhöffer. Die Chinesen seien dabei, wichtige Spieler im Weltautomarkt zu werden.

rei/dpa

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