Freitag, 24. November 2017

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Chinesen übernehmen Flugauto-Pionier Terrafugia Volvo-Mutter Geely will den Luftraum entern

So stellt sich das US-Startup Terrafugia ein fliegendes Auto der Zukunft vor
REUTERS/Terrafugia
So stellt sich das US-Startup Terrafugia ein fliegendes Auto der Zukunft vor

Ob Flugauto, Flugtaxi oder autonom gesteuerte Flugdrohne: Die Beförderung von kleineren Personengruppen durch die Luft gilt als nächstes großes Ding im Transportwesen. Gut ein Dutzend Startups weltweit arbeitet an so genannten VTOL-Fahrzeugen - also kleinen Flugobjekten, die vertikal starten und landen können.

Nun bekommt einer der Pioniere der Branche einen großen Vertrauensvorschuss - in Form eines namhaften Investors: Die Volvo-Mutter Geely, die mittlerweile zu Chinas größten Autoherstellern zählt, hat die Übernahme des US-Startups Terrafugia abgeschlossen. Wie viel Geld Geely dafür gezahlt hat, ist unklar. "Wir werden zu diesem Zeitpunkt keine [finanziellen] Spezifika nennen", heißt es in der Pressemitteilung. Doch Geely werde Terrafugias Versprechen an seine ursprünglichen Anteilseigner einhalten, die Technologie für fliegende Autos zur Marktreife zu führen.

Das von MIT-Ingenieuren vor 11 Jahren gegründete Startup Terrafugia hat es sich zum Ziel gesetzt, ein fliegendes Auto auf den Markt zu bringen. Einen Prototypen namens "Transition" hat das Startup bereits vorgestellt. Dieser hat seit 2012 eine Zulassung der US-Verkehrsbehörden, kann also tatsächlich auf der Straße gefahren und vom Flughafen aus geflogen werden. Eine Handvoll solcher Fahrzeuge hat Terrafugia zum Preis von 279.000 Dollar schon verkauft.

Terrafugias erstes Flugauto ist eher ein fahrbares Flugzeug

Das Transition-Gefährt ist jedoch eher ein fahrbares Flugzeug als ein Auto, das sowohl komfortabel auf der Straße zu fahren und in der Luft zu fliegen ist. Zudem dürfen solche Flugautos, an denen auch Konkurrenten wie PAL-V oder Aeromobil arbeiten, ausschließlich auf konventionellen Flugplätzen starten. Und der Fahrer muss sowohl Führer- als auch den Pilotenschein besitzen, um diese Gefährte auf der Straße und in der Luft zu steuern. Solche Fahrzeuge dürften gerade mal als Spielzeuge für ein paar Superreiche taugen - und sind wohl nicht das, woran Geely interessiert ist.

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Bei Terrafugia geht die Vorstellung für die Zukunft längst über den Transition hinaus: Die Amerikaner haben mit hübschen Bildern bereits das Konzept TF-X vorgestellt. Dass soll ein Flugtransporter für den Massenmarkt werden, rein elektrisch angetrieben. Der TF-X soll vollautomatisch fliegen und vertikal starten und landen können - er wird also eine Art Personendrohne werden.

Der TF-X entspricht schon eher den landläufigen Vorstellungen eines fliegenden Autos, wie es etwa in Filmen wie "Zurück in die Zukunft" oder Bladerunner gezeigt wurde. Und mit seinem deutlich leiseren Elektroantrieb würde sich gut als Basis für eine Art urbanes Flugtaxi eignen. Genau ein solcher Dienst schwebt etwa dem Fahrdienst Uber vor, der vor einigen Monaten einen Experten für vertikal startende und landende Fahrzeuge an Bord geholt hat.

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