Sonntag, 19. November 2017

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Chinesen übernehmen Flugauto-Pionier Terrafugia Volvo-Mutter Geely will den Luftraum entern

So stellt sich das US-Startup Terrafugia ein fliegendes Auto der Zukunft vor
REUTERS/Terrafugia
So stellt sich das US-Startup Terrafugia ein fliegendes Auto der Zukunft vor

2. Teil: Boom der "Flugauto"-Unternehmen

Der Flugzeughersteller Airbus arbeitet ebenso an solchen Elektro-Kleinstflugzeugen wie eine Handvoll Startups: Etwa das deutsche Startup E-Volo, dessen Prototyp "Volocopter" vor kurzem einen Jungfernflug in Dubai erfolgreich absolviert hat. Das Münchener Startup Lilium Aviation hat im September 90 Millionen Dollar für den Bau eines Elektro-Lufttaxis erhalten, in Russland und in China arbeiten Startups bereits an ähnlichen Projekten.

Und auch Google-Gründer Larry Page hat ein Herz für personenbefördernde Flugobjekte: Das von ihm mitfinanzierte Startup Kitty Hawk hat elektrisch angetriebenes, fliegendes Wassermotorrad entwickelt, das Ende des Jahres in den Handel kommen soll. Zee.Aero, eine Kitty-Hawk-Tochter, entwickelt einen fliegenden Transporter für mehrere Personen.

Fliegende Volvos wird es nicht so schnell geben

Es tut sich also einiges in der "Flugauto"-Branche - die nun mit der Übernahme von Terrafugia durch Geely nun einen kräftigen Schuss Seriosität erhält. Denn die Chinesen sind nicht an einem straßentauglichen Spielzeug für Millionäre interessiert, sondern an Grundsätzlicherem. Das sei ein "unheimlich spannender Sektor", erklärte Geely-Chef Li Shufu seinen Zukauf. Terrafugia sei in einer idealen Position, die "Mobilitität, wie wir sie derzeit verstehen, zu verändern". Und dabei auch gleich eine neue Branche zu kreieren.

Newsletter von Wilfried Eckl-Dorna

Mit dem Zukauft wird der bisherige Terrafugia-CEO, Carl Dietrich, zum Technikchef. An die Spitze von Terrafugia rückt nun Chris Yaran, der ehemalige Geschäftsführer des Hubschrauberherstellers Bell. Und offenbar nimmt Geely auch einiges Geld in die Hand. Denn laut Terrafugia hat sich die Zahl seiner in den USA tätigen Ingenieure zuletzt verdreifacht.

Schnelle Erfolge darf sich Geely aber eher nicht erwarten. Denn bis die ersten vollautonom gesteuerten Flugtaxis im regulären Betrieb von Stadtdächern aus abheben, dürften noch mindestens ein Jahrzehnt vergehen.

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