Mittwoch, 17. Oktober 2018

US-Autoriesen werfen Limousinen aus Portfolio Ford kappt Auto-Wurzeln in den USA - GM könnte folgen

Mittelklasselimousine Ford Fusion: Auch sie soll keinen Nachfolger mehr erhalten

Eigentlich hatte der neue Ford-Chef Jim Hackett Investoren jüngst durchaus Erfreuliches zu berichten: Sein harter Sparkurs zeigt Wirkung, zu Jahresbeginn ist der Quartalsgewinn beim zweitgrößten US-Autohersteller um neun Prozent auf um 1,74 Milliarden Dollar gestiegen. Daraus zieht Hackett eine ungewöhnliche Konsequenz: Er verschärft den Sparkurs bei Ford nochmals kräftig und verspricht Investoren entschlossene Maßnahmen zur Renditesteigerung.

Dafür verabschiedet sich Hackett von einer Fahrzeug-Bauform, die Ford über die Jahrzehnte großgemacht hat: Der traditionellen Limousine. In den USA, wo vor allem Pick-up-Trucks und SUV's gefragt sind, wird Ford Börsen-Chart zeigen künftig nicht mehr in die Entwicklung traditioneller Limousinen wie etwa dem Fusion, der Basis für Fords Europamodell Mondeo, investieren.

Zwar hat Ford angekündigt, dass der 2015 runderneuerte Mondeo weiterhin Kern seines Modellangebots in Europa bleiben soll. Doch die Chancen für eine neue Generation des Mittelklassewagens sehen Branchenkenner eher skeptisch. Die einzigen Limousinenmodelle, die in die nächste Generation gehen, sind der neue Mustang und der Focus Active Crossover. Beide Wagen sollen 2019 auf den Markt kommen.

Chrysler ist schon seit zwei Jahren limousinenfrei

Ford-Chef Jim Hackett sprach von einer "grundlegenden Neuorientierung" des Konzerns. "Wir werden den gesunden Teil unserer Geschäfte hegen und pflegen." Von Randbereichen werde sich Ford dagegen trennen. Der zweitgrößte US-Hersteller nach General Motors Börsen-Chart zeigen (GM) steht schon länger unter Druck von Investoren, die Produktpalette anzupassen und profitabler zu werden - genau dafür war Hackett vor knapp einem Jahr geholt worden.

Ganz überraschend kommt Fords Abkehr vom Stufenheck in seinem Heimatmarkt nicht, der Schritt hatte sich schon seit Monaten angekündigt. Dennoch ist er eine Zäsur für den Hersteller: Seit seinem ersten Bestseller Model T galt die Marke mit dem blauen Oval als Hersteller für die breite Masse. Und ihr Erfolg gründete sich - neben den Pickup-Trucks - jahrzehntelang auf große, vergleichsweise günstige Limousinen.

Doch Limousinen sind in den USA nicht nur bei Ford ein Auslaufmodell. So hat die dritte große US-Marke Chrysler, die zum FCA-Konzern gehört, vor knapp zwei Jahren den Bau von Limousinen komplett eingestellt - da die letzte Limousinenhoffnung von Chrysler, das Modell 200, am Markt nicht ankam. Seitdem konzentriert sich Chrysler ziemlich erfolgreich auf Pickups und SUVs, Chrysler baut mit dem Pacifica noch einen Minivan-Bestseller.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH