Sonntag, 24. Juni 2018

Probleme mit Tempomat Fiat Chrysler ruft 4,8 Millionen Autos zurück - andere erwischte es härter

Vom Rückruf sollen laut Fiat Chrysler auch einzelne Modelle der Marke Jeep betroffen sein

Fiat Chrysler muss in den USA fast 5 Millionen Autos in die Werkstätten zurückrufen. Das ist ein harter Schlag für den italienisch-amerikanischen Autokonzern. Doch damit führt Fiat Chrysler keineswegs die Liste der weltweit größten Massenrückrufe an. Da haben andere Hersteller die traurige Führung inne.

Der Autobauer Fiat Chrysler ruft in den Vereinigten Staaten 4,8 Millionen Fahrzeuge wegen eines möglichen Defekts beim Tempomat zurück, der den Fahrer daran hindern könnte, den automatischen Geschwindigkeitsregler zu deaktivieren.

Der Konzern forderte die Autofahrer auf, den Tempomat erst wieder nach einem Software-Update zu benutzen. Der Rückruf umfasse benzinbetriebene Fahrzeuge mit Automatikgetrieben aus den Modelljahren 2014 bis 2018.

Betroffen seien die Typen Chrysler 200/300, Chrysler Pacifica, Dodge, Jeep Cherokee, Jeep Grand Cherokee, Jeep Wrangler und Ram Pickups. Aktien von Fiat Chrysler fielen in New York um 3 Prozent, heißt es in den englischsprachigen Diensten der Nachrichtenagenturen Reuters und AP.

Dem Rückruf seien keine Unfälle vorausgegangen, versicherte der italienisch-amerikanische Autohersteller. Es habe aber einzelne Fälle gegeben, in denen Fahrer erklärten, sie hätten den Tempomat nicht deaktivieren können.

Offenbar auch andere Märkte außerhalb der USA betroffen

Fiat Chrysler stellte fest, dass Tempomat-Systeme zeitweise automatisch eine Beschleunigung einleiten, um die vom Fahrer gewählte Geschwindigkeit beizubehalten - auch wenn sie eine Steigung hinauffahren. Ginge eine Beschleunigung gleichzeitig mit einem Kurzschluss in einem bestimmten elektrischen Netzwerk einher, könnte der Fahrer die Funktion nicht deaktivieren.

Zudem betonte das Unternehmen, dass es eine unbestimmte Anzahl von weiteren Fahrzeugen in Kanada, Mexiko und anderen Märkten zurückrufen werde. Über mögliche Kosten des Massenrückrufs machte der Konzern keine Angaben. US-Aufsichtsbehörden hatten den Autobauer im Jahr 2015 wegen Sicherheitslücken mit Strafen von insgesamt 175 Millionen Dollar belegt.

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