Sonntag, 28. August 2016

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Fiat Chrysler zeigt 10 neue Modelle Marchionne hat fertig mit Fusionen - jetzt öffnet er die Kassen

Sergio Marchionne: Die frechsten Thesen des Auto-Desperados
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AP/dpa

Es ist gerade mal zehn Monate her, da outete sich Sergio Marchionne als Abhängiger. In einer Präsentation mit dem schönen Titel "Bekenntnisse eines Kapital-Junkies" erläuterte der Fiat-Chrysler-Chef, warum die Autobranche aus seiner Sicht dringend Fusionen zwischen den Herstellern benötige. Und er ließ es nicht bei einem Fingerzeig bewenden: Monatelang umwarb er den US-Konkurrenten General Motors (GM) als idealen Partner für Fiat Chrysler Automobiles Börsen-Chart zeigen (FCA ).

Erfolg hatte er damit nicht: GM-Chefin Mary Barra ließ ihn klar abblitzen. Solche Körbe steckt Marchionne nur ungern ein. Denn die Lust an der Brautschau scheint ihm vergangen zu sein, obwohl es nun eine ziemlich gute Partie auf dem Markt gibt. Stattdessen konzentriert er seine Energie nun auf Europa - und darauf, es doch alleine zu schaffen.

Auf dem Genfer Autosalon jedenfalls waren Fusionen für den FCA-Chef kein Thema mehr. Sein Konzern sei aktuell mit keinem Autohersteller in Gesprächen über einen Zusammenschluss, erklärte er vor Journalisten. Er spreche auch nicht mit dem französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën Börsen-Chart zeigen. Dabei ist PSA-Chef Carlos Tavares an Kooperationen mit anderen Herstellern interessiert - seit er wieder Gewinne schreibt und deshalb aus einer Position der Stärke verhandeln kann.

Doch PSA passt Marchionne nun doch nicht ins Konzept. Damit eine Fusion funktioniere, müsse ein möglicher FCA-Partner dieselbe Multimarken-Strategie haben wie sein Konzern, erläuterte Marchionne. Da kämen nur Volkswagen, GM und vielleicht noch Renault-Nissan infrage. Seit seinem gescheiterten Werben um GM habe sich FCA zum Alleingang entschlossen. Die ehrgeizigen Ziele für 2018, so Marchionne, könne er auch ohne einen Partner erreichen.

Die goldenen Zeiten in den USA gehen zu Ende

Tatsächlich läuft es für FCA vor allem in Nordamerika seit längerem hervorragend. Sechs Jahre in Folge, so haben Analysten ausgerechnet, hat FCA in den USA Monat für Monat seine Verkaufszahlen erhöht.

Das liegt zum einen daran, dass der US-Markt nach dem drastischen Rückgang in den Jahren 2008 und 2009 einiges aufzuholen hatte. Doch FCA hatte mit zwei Spezialmarken die richtigen Modelle für den US-Markt parat: Die mächtigen Pickups der einstigen Chrysler-Tochter Ram verkaufen sich bestens, die Absatzzahlen der Outdoor-Marke Jeep haben sich ebenfalls steil nach oben entwickelt. Bei der US-Kernmarke Chrysler, die Marchionne auf nur mehr drei Modelle zusammengestaucht hat, entwickeln sich die Absatzahlen längst nicht so dynamisch.

Die Zeiten der dicken Zuwächse in Nordamerika sind allerdings wohl bald vorbei - Marchionne selbst meint, dass der Markt seine Spitze bereits erreicht hat. In Europa hingegen, meint der FCA-Chef, werden die Auto-Absatzzahlen in diesem Jahr um drei Prozent anziehen.

Und deshalb konzentriert sich Marchionne nun merklich auf den alten Kontinent. Jahrelang hat er gerade der Massenmarke Fiat keine neuen Modelle spendiert, weil der Markt schrumpfte. Nun öffnet FCA die Schatulle auch für seine eher europäischen Marken: In Genf stehen immerhin zehn neue oder aufgefrischte Modelle von FCA.

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