Sonntag, 11. Dezember 2016

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Fiat verkauft mehr Autos Fiat-Chrysler bäumt sich noch mal auf

Operativ gut, unter dem Strich schwach: Der Kleinwagen Fiat 500 mit seinen verschiedensten Versionen zählt zu den Top-Sellern des Autobauers Fiat-Chrysler. Operativ lief es für den Konzern gut, hohe Kosten für Investitionen und Rückrufe allerdings drückten den Nettogewinn drastisch

Starke Geschäfte in Europa und Nordamerika haben Fiat Chrysler (FCA) im vierten Quartal überraschend deutlich die Kassen gefüllt. Vor allem der Kleinwagen Fiat 500 und die sportliche Variante des Jeep verkauften sich gut. Zudem konnte der italienisch-amerikanische Autobauer seine Schulden senken.

Allerdings zeigte sich der Konzern für das laufende Jahr pessimistischer als gedacht und unter dem Strich fiel der Gewinn wegen hoher Investitionskosten stark ab: Aktien von Fiat-Chrysler sackten an der Börse um 5 Prozent ab.

Deutlicher Zuwachs im vierten Quartal in den USA und Europa

Der operative Gewinn im vierten Quartal stieg den Angaben zufolge um knapp 40 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro und lag damit um rund 300 Millionen Euro über den Erwartungen. Der Umsatz kletterte ebenfalls überraschend deutlich um elf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro.

In Nordamerika, dem mit Abstand wichtigsten Markt von Fiat Chrysler, stieg der Absatz um knapp 10 Prozent auf 731.000 Fahrzeuge. Der Umsatz kletterte um knapp ein Viertel auf rund 19 Milliarden Euro. In Europa wurden mit knapp 300.000 Fahrzeugen 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist verkauft. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.

Heftige Einbußen gab es dagegen in Lateinamerika. Das liegt vor allem an der schweren Wirtschaftskrise in Brasilien, wo Fiat Chrysler Marktführer ist. Insgesamt brach der Absatz des Konzerns in der Region um mehr als ein Drittel auf noch 140.000 Fahrzeuge ein. Gar um mehr als 50 Prozent auf nur noch 26.000 Autos kippte der Absatz in Asien weg, was Fiat Chrysler unter anderem auf Lieferengpässe nach der Explosion im chinesischen Hafen Tianjin im August zurückführte.

Investition und Rückrufe drücken Nettoergebnis um 40 Prozent

Der Schuldenstand im Konzern verringerte sich im Schlussquartal auf fünf von 7,85 Milliarden Euro. Überraschend sagte Fiat Chrysler für 2016 aber lediglich einen Gesamt-Umsatz von "mehr als 110 Milliarden Euro" voraus. Das sind fünf Milliarden weniger als von Analysten erwartet. 2015 hatte der Konzern ohne die jüngst abgespaltene Sportwagen-Sparte Ferrari 111 Milliarden Euro erlöst.

Unter dem Strich allerdings sieht die Rechnung anders aus: Der Nettogewinn brach wegen hoher Investitionen im Nordamerikageschäft und Rückrufkosten ein. Im vierten Quartal fiel der Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 40 Prozent auf 251 Millionen Euro. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 sank der Gewinn von 632 auf 377 Millionen Euro.

rei/reuters/dpa

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