Freitag, 16. November 2018

Tesla-Rivale plant Fabrik in Las Vegas Faraday will E-Autos im Zockerparadies bauen

Erst Videos, jetzt Autos: Jia Yueting will mit Faraday Future Tesla angreifen

Hinter dem mysteriösen Elektroauto-Start-up Faraday Future steckt offenbar mehr als eine fixe Idee - jetzt hat das Unternehmen bekannt gegeben, wo es seine geplante Autofertigung bauen will. "Wir wollen eine Milliarde Dollar in Las Vegas investieren, dort unsere erste Fabrik eröffnen und 4500 Arbeitsplätze schaffen", schrieb der chinesische Firmengründer Jia Yueting jetzt an das Parlament des US-Bundesstaates Nevada, wie die Agentur "Bloomberg" berichtet.

Damit erwächst dem US-Elektroauto-Platzhirschen Tesla Börsen-Chart zeigen möglicherweise ein ernst zu nehmender Rivale in unmittelbarer Nähe. Teslas Firmensitz und Fabrik befinden sich im Nachbar-Bundesstaat Kalifornien. In Nevada baut das von Tausendsassa Elon Musk gesteuerte Unternehmen eine gigantische Batteriefabrik.

Trotz der Ankündigung bleiben bei Faraday mache Dinge nebulös. Unklar ist beispielsweise, woher die Firma die Batterien für die Autos beziehen will. Auch ist nicht öffentlich bekannt, wer das Unternehmen führen soll.

Faraday schnappt Tesla Dutzende Mitarbeiter weg

Immerhin hat Geldgeber Yueting - Gründer und Chef der Onlinevideo-Website Leshi Television - offenbar bereits zahlreiche Spezialisten für sein Projekt gewonnen. Dem "Bloomberg"-Bericht zufolge sind mindestens 60 Tesla-Mitarbeiter zu dem Start-up gewechselt. Darunter sind Forschungs- und Entwicklungsmanager Nick Sampson sowie der Vize-Produktionschef Dag Reckhorn. Designchef ist demnach BMW-Veteran Richard Kim. Bis zum Jahresende sollen 500 Menschen für Faraday arbeiten.

Faraday-Future-Zentrale in Gardena (Kalifornien): Der Elektroautobauer will auch mit Dienstleistungen Geld verdienen
Sie sollen laut dem Unternehmen an einem Geschäftsmodell arbeiten, bei dem es nicht nur um den Verkauf von Autos geht. Yueting möchte eigenen Angaben zufolge auch mit Dienstleistungen rund um die Fahrzeuge Geld verdienen. Einen Prototyp will er auf der Elektronikmesse CES Anfang Januar in Las Vegas vorstellen.

Nevada sieht in der Ankündigung eine weitere Chance, die Autoindustrie in den Bundesstaat zu locken und kündigt am heutigen Donnerstag möglicherweise Steuernachlässe für Faraday an. Das Unternehmen will seine Fabrik im nördlichen Las Vegas errichten.

Die Entwicklung des riesigen Gewebegebietes dort hat stark unter der Finanzkrise gelitten. Bisher ist es den Behörden lediglich gelungen, zahlreiche Marihuana-Plantagen anzusiedeln. Faradays Autofabrik wirkt dagegen offenbar deutlich attraktiver.

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