Montag, 17. Dezember 2018

Fahrverbote mit Nebenwirkung Warum jetzt goldene Zeiten für Autokäufer möglich sind

VW Passat beim Autohändler

Nach dem Leipziger Urteil zur Rechtmäßigkeit von Fahrverboten zeichnen sich zahlreiche finanzielle Vorteile für Autokäufer ab. So fordert die SPD-Fraktion eine Erhöhung der Umtauschprämien für alte Dieselautos.

"Die von den Herstellern gezahlten Kaufprämien für Neufahrzeuge müssen von den Unternehmen erhöht werden, da sich viele Besitzer älterer Fahrzeuge ansonsten keinen Neuwagen leisten können", heißt es in einem Brief der drei Fraktions-Vize Sören Bartol, Hubertus Heil und Matthias Miersch an die Bundestagsabgeordneten der SPD. Politik und Hersteller dürften die Verbraucher nicht im Regen stehen lassen.

Mit bis zu 10.000 Euro Prämie wollen der VW -Konzern, Daimler , BMW und Ford Autobesitzer dazu bringen, ältere Diesel verschrotten zu lassen und sich sauberere Neuwagen zuzulegen. Die Aktion läuft noch bis Ende März, die Konzerne haben die Laufzeit schon einmal verlängert.

Am Dienstag hatte das Bundesverwaltungsgericht geurteilt, dass Fahrverbote für ältere Diesel zulässig sind, wenn die Grenzwerte für Luftverschmutzung anders nicht schnell einzuhalten sind. Kommunen und Umweltschützer fordern eine blaue Plakette für relativ saubere Autos, mit der Städte die Beschränkungen einheitlich regeln und kontrollieren könnten.

Goldene Zeiten könnten auch für Käufer von Elektroautos anbrechen. Für die kommende Legislaturperiode hat die SPD eine Verdoppelung der Kaufprämie auf 8000 Euro ins Spiel gebracht.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt dürften zudem mehr Diesel-Autos zum Schnäppchenpreis auftauchen. "Allein die Möglichkeit von Fahrverboten wird das Vertrauen in die Technologie weiter schwächen und die Gebrauchtmarktpreise purzeln lassen", erklärt Peter Fuß, Autoexperte von der Beratungsfirma EY.

Wer nicht in Städten unterwegs ist, die von Fahrverboten betroffen sein könnten, darf auf satte Ersparnisse hoffen. Zudem sind ja auch Hardware-Updates für die Abgasreinigung im Gespräch, die die Hersteller oder der Staat bezahlen.

Zuletzt hatte die Preise für gebrauchte Dieselfahrzeuge laut dem Verbraucherportal Verivox allerdings noch stagniert. Dagegen wurden Benziner um 4,3 Prozent deutlich teurer.

nis/dpa/rtr

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