Freitag, 20. Juli 2018

Evelozcity fordert Streetscooter heraus Der Vater des BMW i3 startet E-Mobil-Schmiede

Ulrich Kranz: Vater von BMWs Project i

Keine drei Monate nach ihrer Kündigung bei Faraday Future gehen die Ex-BMWler Ulrich Kranz und Stefan Krause mit einem eigenen Elektroprojekt an den Start. Die beiden wollten unter anderem ein batterieelektrisches Lieferfahrzeug bauen, heißt es in Investorenkreisen. Das Auto sei für Transporte speziell in Innenstadtbereichen gedacht, zum Beispiel für Logistik- und Handelsunternehmen. Im Gegensatz zu anderen Elektro-Startups planten Krause und Kranz keinen Sportwagen mit möglichst viel Reichweite.

Krause bestätigte manager-magazin.de die Gründung des Startups und den Plan für ein Mobilitätsprojekt. Weitere Fragen wollte er nicht beantworten. Der Lieferwagen soll offenbar auf eine Architektur für Elektroautos aufgesetzt werden, die auch andere Modelle ermöglicht. Das Projekt erinnert an die Elektrotransporter des Ende 2014 von der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen übernommenen Aachener Startups Streetscooter.

Kranz und Kraus planten aber in deutlich größeren Dimensionen als Streetscooter, heißt es in den Finanzkreisen. Die Evelozcity-Gründer dächten zum Beispiel auch ein Modell, das speziell auf die Bedürfnisse von Ride-Sharing-Anbietern ausgerichtet sei. Die beiden Deutschen hätten auch schon Geldgeber für das Projekt gefunden. Die Investorengruppe werde von einem Deutschen geführt.

Uli Kranz ist der Vater von BMWs Project i. Er brachte für den damaligen Konzernchef Norbert Reithofer das Elektro-Modell i3 auf die Straße; seine Leute entwickelten dazu ein ganzheitliches Konzept vom Bioleder für die Sitze über die Windenergie für das BMW-Werk in Leipzig bis zur Ladestation für die Garage.

Das Modell enttäuschte zwar; BMW Börsen-Chart zeigen wird in diesem Jahr wahrscheinlich rund 30.000 i3 verkaufen. Doch mit Ausnahme Teslas verkaufen sich auch die Elektroautos der Konkurrenz bislang nur mäßig; und als BMW kurz vor Weihnachten anlässlich des 100.000. verkauften Autos mit rein- und teilelektrischem Antrieb die Münchener Konzernzentrale als Batterie erstrahlen ließ, war das auch eine Huldigung an Pionier Kranz. Der ehemalige Chef des Project i hatte den Konzern Ende 2016 verlassen.

Stefan Krause arbeitete bis 2008 unter anderem als Finanz- und Vertriebsvorstand für BMW und wechselte dann als CFO zur Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Zuletzt hatte er für das Elektro-Startup Faraday Future des chinesischen Medien- und Internetunternehmers Jia Yueting gearbeitet. Er hatte auch Kranz zum Wechsel nach Kalifornien bewegt. Die beiden haben Faraday Future im Oktober im Streit verlassen, Kranz schon wenige Monate nach seinem Wechsel.

Für ihr neues Projekt haben die beiden Ex-BMWler jetzt auch etliche Topleute von Faraday Future gewonnen. Zu Evelozcity gewechselt ist unter anderem Designchef Richard Kim. Aber auch ehemalige Tesla-Manager gehörten zum Start-Team der Deutschen, heißt es in der Szene.

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