Mittwoch, 12. Dezember 2018

Schärfere CO2-Vorgaben der EU, mehr Diesel-Fahrverbote Wo die Autobranche nun die Klimaschutz-Keule trifft

Abgasmessung am Auspuff eines Dieselautos

Härtere CO2-Flottenziele bis 2030, dazu Diesel-Fahrverbote und drohende weitere Einschränkungen in zahlreichen deutschen Großstädten: Für Deutschlands Autoindustrie waren die vergangenen Tage alles andere als einfach. Den jüngsten Schlag bekam Deutschlands wichtigste Branche heute ab: Viele Hersteller sollen einem umstrittenen Kompromiss der EU-Umweltminister zufolge den Ausstoß des Treibhausgases CO2 aus ihren Fahrzeugen deutlich senken - und zwar um 35 Prozent bis 2030 statt der von der Branche erhofften 30 Prozent.

Auch in anderen Bereichen geraten die Autobauer immer stärker unter Druck. Deutschen Dieselfahrern drohen nach dem Berliner Gerichtsurteil zu Streckensperrungen in der Hauptstadt noch mehr Einschränkungen. Aus der Politik kommen Forderungen, den Konzern notfalls hohe Bußgelder aufzubrummen, sollten sie die Auto-Emissionen nicht weiter senken.


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Die neuen CO2-Flottenziele kritisierten die Autohersteller postwendend als möglichen Jobkiller: Nach langen Verhandlungen hatten sich die EU-Staaten am späten Dienstagabend darauf verständigt, dass Neuwagen im Jahr 2030 mindestens 35 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) in die Luft blasen sollen als 2020. Zudem sollen dann 35 Prozent der Autos wenig oder gar keine Emissionen haben. Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine Senkung um 30 Prozent vorgeschlagen - ein Wert, den auch die deutsche Autoindustrie als machbar erachtete.

VDA stellt EU-Beschlüsse als möglichen Job-Killer dar

Viele andere Länder wollten jedoch eine Reduktion um 40 Prozent und mehr. Österreich, das derzeit den EU-Vorsitz führt, plädierte als Kompromiss für 35 Prozent Minderung und setzte dies letztlich durch. Als Zwischenziel sollen bis 2025 mindestens 15 Prozent erreicht sein.

Für die Autoindustrie ist vor allem von Bedeutung, wie schnell sie die Produktion auf Elektroautos und andere alternative Antriebe umstellen muss. Je strenger die CO2-Vorgaben, desto schneller müssen Hersteller den Anteil solcher Fahrzeuge steigern, um ihren Schnitt insgesamt zu erreichen. Die Branche warnt vor Jobverlusten, falls der Wandel zu schnell geht.

Video: Deutschland knickt bei CO2-Limits ein

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Bild: REUTERS

Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) und der europäische Herstellerverband Acea äußerten Kritik an den Beschlüssen der Umweltminister. Diese seien wirtschaftlich und technisch nicht realistisch, erklärte VDA-Präsident Bernhard Mattes. Die europäische Branche werde im Wettbewerb über Gebühr belastet, Arbeitsplätze würden gefährdet, warnte er. "Zudem helfen Vorgaben schlussendlich auch den Klimazielen nicht, wenn sie nicht erfüllbar sind."

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