Mittwoch, 29. März 2017

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Eon und Co fahren kaum E-Autos Ökologisch? Klar, nur nicht im eigenen Fuhrpark

Eine Rarität: Energiekonzerne machen gern Werbung für umweltfreundlichere Elektroautos und Stromtankstellen. Doch im eigenen Fuhrpark fahren ganz überwiegend Diesel- und Benziner

Energiekonzerne werben gern für Ökostrom, Elektromobilität und arbeiten auch sonst an ihrem grünen Image. Der Blick in den konzerneigenen Fuhrpark aber liefert ein anderes Bild.

Deutschlands Stromkonzerne werben für den Ausbau der Elektromobilität und wollen bundesweit Tausende neue Ladesäulen bauen - in den eigenen Fuhrparks sind Elektroautos aber meist noch eher die Ausnahme. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Konzernen.

Beim Stromriesen RWE fahren nach Angaben des Unternehmens etwa 90 Prozent der 630 Dienstwagen mit Dieselmotoren, der Rest mit Benzin oder Benzin/Elektrohybriden. Eon sprach von vorerst 200 Elektrofahrzeugen - bei 3000 Dienstwagen der Netzgesellschaft. Die Eon-Abspaltung Uniper kam auf 18 rein elektrische Autos bei europaweit mehr als 1600 Dienstwagen.

Lesen Sie auch: Vattenfall stellt komplette Flotte auf Elektro-Antrieb um

Begründet wurde der geringe Elektroanteil teils mit noch unzureichenden Angeboten der Autoindustrie vor allem bei Nutzfahrzeugen. In Dienstwagenrichtlinien gebe es Mindestanforderungen etwa von mindestens 400 Kilometern Reichweite. "Da warten wir zum Teil noch auf die richtigen Autos, sind aber sehr zuversichtlich", sagte etwa ein Sprecher des EnBW-Konzerns.

Eine Ausnahme scheint der schwedische Energiekonzern Vattenfall zu sein. Vattenfall hatte im Februar angekündigt, seine komplette Fahrzeugflotte auf Elektroantrieb umstellen zu wollen. Innerhalb von fünf Jahren würden mehr als 3500 Fahrzeuge ersetzt - 1700 in Schweden, 1100 in Deutschland und 750 in den Niederlanden. Wieviel Elektroautos bereits zum Fuhrpark gehören, teilte Vattenfall seinerzeit nicht mit.

rei/dpa-afx

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