Mittwoch, 19. September 2018

Prominenter Short-Seller verklagt Tesla und Musk Tesla stürzt - zwei Abgänge und siebte Klage gegen Musk

Tesla-Chef Elon Musk

Für den Elektroauto-Pionier Tesla Börsen-Chart zeigen kommt es derzeit knüppeldick: Elon Musks Tweet zum geplanten Börsenabgang und der anschließende Rückzug von diesem Delisting rufen neue Kläger auf den Plan. Musk sorgt außerdem mit einem öffentlichen Auftritt für Verunsicherung unter Investoren. Schließlich hat noch Teslas Chefbuchhalter (Chief Accounting Officer) Dave Morton am Freitag bekannt gegeben, Tesla zu verlassen - nach nur einem Monat in dem Job.

Die hohe Arbeitsbelastung sowie das extreme öffentliche Interesse an Tesla Börsen-Chart zeigen seien die Gründe für seinen Rückzug, begründete Morton seine Kündigung. Mit dem finanziellen Berichtswesen von Tesla gebe es hingegen keinerlei Probleme oder Unstimmigkeiten, versicherte er.

30 Prozent Kursverlust binnen vier Wochen

Mortons Abgang aus der Tesla-Spitze bleibt nicht der einzige: Gleichzeitig teilt Teslas Personalchefin Gabrielle Toledano mit, dass sie nach ihrer Auszeitnicht mehr ins Unternehmen zurückkehren werde.

Anleger reagierten stark verunsichert auf die aktuellen Nachrichten. Die Aktie gab im vorbörslichen US-Handel bis zu 10 Prozent nach und fiel unter die Marke von 260 US-Dollar. Laut "Bloomberg" ist das der größte Tagesverlust seit zwei Jahren für Tesla. Vor vier Wochen hatte die Aktie noch bei 380 Dollar notiert. Binnen eines Monats ist die Bewertung von Tesla also um mehr als 30 Prozent geschrumpft.

Leerverkäufer: Siebte Klage gegen Tesla und Musk

Zu der Verunsicherung der Investoren dürfte auch die Klage des Leerverkäufers Andrew Left gegen Tesla sowie Elon Musk beigetragen haben. Der prominente aktivistische Investor argumentiert, Musk habe die Pläne, Tesla von der Börse zu nehmen, mit betrügerischen Absichten inszeniert. Ziel sei gewesen, Investoren zu "verbrennen", die auf den fallenden Aktienkurs von Tesla gesetzt hatten.

In der am Donnerstag eingereichten Sammelklage heißt es, Musks Verbreitung falscher und irreführender Informationen schade auch Investoren, die auf den steigenden Kurs von Tesla setzten. Der Autohersteller reagierte nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Klage von Andrew Left ist eine von mindestens sieben, die sich gegen Elon Musk richten. Sie alle wurden eingereicht, nachdem der Tesla-Chef am 7. August auf Twitter bekannt gab, dass er Tesla für 420 Dollar pro Aktie von der Börse nehmen könnte. Für die Transaktion in Höhe von 72 Milliarden Dollar sei die "Finanzierung gesichert".

Die Tweets trieben den Tesla-Kurs im Vergleich zum Handelsende am Vortag um mehr als 13 Prozent nach oben. Musk nahm seinen Plan dann am 24. August öffentlich zurück. Zuvor waren Zweifel aufgekommen, ob die Finanzierung für den Deal tatsächlich stehe. Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC untersucht den Fall.

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