Freitag, 22. September 2017

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Politiker wollen ab 2030 nur noch abgasfreie Autos Deutschland ohne Diesel und Benzin - kann das funktionieren?

Elektro-Käfer: Ist ein Deutschland ohne Benzin und Diesel möglich?

9. Teil: Gibt es genug Strom, wenn nur noch Elektroautos zugelassen werden?

Es müssten jedenfalls viele neue Kraftwerke gebaut werden, um die Mobilitätsbedürfnisse von heute zu befriedigen. Zur Illustration eine Bierdeckel-Rechnung für Deutschland: Ein reines Batterie-Elektroauto, das im Jahr 15.000 Kilometer fährt, verbraucht dabei etwa 3000 Kilowattstunden Strom. Wenn die Pkw-Flotte praktisch vollständig ausgetauscht ist, also bis zum Jahr 2050, beträgt der Gesamtverbrauch bei 40 Millionen Autos etwa 120 Terawattstunden. Die Stromproduktion müsste sich bis dahin im Vergleich zu heute um etwa 24 Prozent erhöhen.

Dazu wären bis zum Jahr 2050 theoretisch zusätzlich 20 Gaskraftwerke, 5000 Offshore-Windkraftanlagen, 35.000 Windkraftanlagen an Land, eine Million Blockheizkraftwerke für größere Gebäude oder 27 Millionen kleine Solaranlagen auf Privathäusern nötig. Oder eine Mischung aus alledem. Deutlich weniger zusätzliche Kraftwerke würden womöglich gebraucht, wenn sich IT-gestützte Mitfahrsysteme etablieren

Die größte Herausforderung bestünde darin, den Strom sinnvoll mit dem Bedarf zu synchronisieren. Allerdings könnten dabei gerade die Speicher der E-Autos helfen.

Wenn ausschließlich Brennstoffzellen-Autos zum Einsatz kämen, müssten etwa doppelt so viele neue Kraftwerke zur Erzeugung des Treibstoffs gebaut werden. Die Erzeugung von Wasserstoff mithilfe von Strom ist (mit heutiger Technik) vergleichsweise ineffizient.

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