Montag, 18. März 2019

Politiker wollen ab 2030 nur noch abgasfreie Autos Deutschland ohne Diesel und Benzin - kann das funktionieren?

Elektro-Käfer: Ist ein Deutschland ohne Benzin und Diesel möglich?

8. Teil: Sind Batterien umweltfreundlich genug?

Nun ja, besonders umweltschonend ist die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus bisher nicht. Zum einen werden dafür ein paar seltene Metalle gebraucht, die sich nur mit erheblichem Energieaufwand abbauen lassen. Zum anderen braucht man für die Herstellung der Akkus selbst Strom, und davon nicht zu wenig.

Bei der Erzeugung der Zellen werden Werkstoffe flüssig auf eine Folie aufgebracht und müssen dann getrocknet werden. Das frisst Strom. Die Produktion einer Kilowattstunde Batteriekapazität, heißt es in einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg aus dem Jahr 2014, "kostet" 125 Kilogramm CO2. Dazu kommen noch CO2-Emissionen, die bei der Produktion des Elektromotors anfallen.

Bei der Herstellung eines Elektroautos fällt bislang noch mehr CO2 an als bei der Produktion eines vergleichbaren Fahrzeugs mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Das wichtige Wort dabei ist "noch". Denn wie die Heidelberger Forscher bereits vor zwei Jahren erklärten, spielt die Zeit für das Elektroauto.

Die Energie- und CO2-Bilanz bei der Akkuproduktion wird in den nächsten Jahren besser werden. Denn der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix steigt, zudem sinkt mit der Massenproduktion der Zellen der Materialeinsatz. Da die Energiedichte der Akkus steigt, sinkt auch gleichzeitig ihr Gewicht je 100 Kilometer Reichweite. Verglichen mit 2014 sollen die Emissionen bei der Batterieproduktion bereits 2020 nur mehr die Hälfte betragen, 2030 liegt sie laut den Forschern bei einem Drittel.

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