Freitag, 29. Juli 2016

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Nissan-Topmanager bricht Tabu "Fahrverbote für Verbrenner sind eine Möglichkeit"

Elektroautos von Nissan in Oslo: Fahrverbote für Verbrenner sollen Stromer attraktiver machen

Politik und Industrie ringen um eine mögliche Kaufprämie für Elektroautos. Die findet Nissan-Deutschland-Chef Thomas Hausch prima - und plädiert im Gespräch mit manager-magazin.de auch für restriktive Maßnahmen.

Nissan-Deutschland-Chef Thomas Hausch: Vor seinem Wechsel zum japanischen Autokonzern arbeitete der 50-Jährige für das kalifornische Elektroauto-Startup Coda. Hausch begann seine Karriere am Band bei Daimler und war in führenden Positionen bei Daimler und Chrysler tätig.
mm.de: Herr Hausch, wofür brauchen wir eine Elektroauto-Kaufprämie vom Staat? Sie gewähren Kunden schon jetzt einen Elektrobonus, weil der Absatz nicht in Schwung kommt. Das hilft aber auch nicht so richtig.

Hausch: In allen Ländern, in denen sich Elektroautos etablieren, gibt es eine staatliche Kaufprämie. Dass Deutschland sie bisher nicht eingeführt hat, ist ein Fehler. Wir können das nicht kritisieren, ohne selbst Anreize zu setzen - daher unser Bonus in Höhe von 2500 Euro für den Nissan Leaf.

mm.de: Eine Wette: Sobald der deutsche Staat Käufern von Elektroautos eine Prämie zahlt, nehmen Sie ihren Bonus still und heimlich zurück. Unterm Strich werden Elektroautos für den Kunden dann kaum billiger.

Hausch: Wir werden unsere Unterstützung nicht komplett zurücknehmen, wenn die staatliche Kaufprämie kommt. Das verspreche ich. So war es auch bei der Abwrackprämie: Trotz staatlicher Kaufhilfen haben die Hersteller ihre eigenen finanziellen Anreize nicht gestrichen. Sollte sich der Vorschlag einer Kaufprämie in Höhe von bis zu 5000 Euro je E-Fahrzeug durchsetzen, ist aus unserer Sicht eine Industriebeteiligung je Prämienauszahlung von bis zu 50 Prozent der staatlichen Förderung absolut tragbar.

mm.de: In Frankreich, wo der Staat Elektroauto-Käufern bis zu 10.000 Euro Prämie zahlt, verzichten viele Hersteller auf eigene Rabatte. Nissan wirbt auf der Website mit diesem staatlichen Bonus, nicht mit einem eigenen.

Hausch: Für Deutschland kann ich so etwas kategorisch ausschließen. Im Übrigen weiß ich, dass Nissan in Frankreich pro verkauftem Leaf auch nicht mehr Gewinn macht als wir in Deutschland.

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