Samstag, 23. Februar 2019

Nissan-Topmanager bricht Tabu "Fahrverbote für Verbrenner sind eine Möglichkeit"

Elektroautos von Nissan in Oslo: Fahrverbote für Verbrenner sollen Stromer attraktiver machen

3. Teil: Was die Autohersteller mit Kodak gemeinsam haben (könnten)

mm.de: Mit diesen Vorschlägen machen Sie sich dennoch nicht viele Freunde in Ihrer Branche.

Hausch: Wenn eine Kommune ein Feinstaub-Problem hat, dann muss sie jetzt reagieren. Und unsere Industrie, wie Nissan heute, muss über kurz oder lang die Lösung bereithalten: emissionsfreie Autos.

mm.de: Das wird auch für Nissan kein Spaziergang. Zwar haben sie zwei Elektromodelle, den Leaf und den Van e-NV200 Evalia. Weitere Modelle sind nicht angekündigt. Und ihr konventioneller Verkaufsschlager, der SUV Qashqai, taucht in einem Stickoxid-Ranking der britischen Verbraucherorganisation Consumers' Association unter den schlechtesten Fahrzeugen auf.

Hausch: Es hilft, dass wir Weltmarktführer in Herstellung und Vertrieb von E-Fahrzeugen sind. Außerdem ist bekannt, dass Abgaswerte im realen Verkehr anders ausfallen als auf dem Prüfstand. Unter verschiedenen Bedingungen produzieren die Fahrzeuge ganz verschiedene Emissionen. Es ist nicht in Ordnung so zu tun als würde die gesamte Branche bei den Abgasen betrügen. Beim Ausstoß von Kohlendioxid ist der Qashqai in seiner Klasse jedenfalls der Beste.

mm.de: Sie reden von einem Dieselauto. Und diese Fahrzeuge haben ein Schadstoffproblem. Welche Perspektive hat der Diesel bei Nissan?

Hausch: Der Diesel wird in Europa in den nächsten zwei Jahrzehnten wichtig bleiben. Wir werden nicht in wenigen Jahren zu 100 Prozent Elektroautos fahren. Aber der Diesel-Anteil wird zurückgehen. Die Branche darf sich nicht auf Diesel und Benzin verlassen. Sonst geht es uns eines Tages wie dem Filmhersteller Kodak beim Siegeszug der Digitalfotografie.

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