Dienstag, 13. November 2018

Irreführende Fahrzeugstatistik Fast jedes zweite Elektroauto in Deutschland verschwindet spurlos

Volkswagen E-Golf: Auch die Stromer aus Wolfsburg verschwinden teilweise aus der Statistik

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätten Elektroautos in Deutschland 2015 die Kurve bekommen. Wenn auch auf niedrigem Niveau, ließen die Behörden doch immerhin 45 Prozent mehr reine Batteriefahrzeuge zu als im Vorjahr. Die Zahl stieg laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf 12.363.

Wer die KBA-Statistik jedoch etwas genauer untersucht, stößt auf Ungereimtheiten. Denn im Vergleich zum 1.1.2015 erhöhte sich die Zahl der in Deutschland zugelassenen Stromer zum 1.1.2016 lediglich um 6554 Autos (von 18.948 auf 25.502). Fast jedem zweiten neu zugelassenem Elektroauto steht also ein anderes gegenüber, das aus der Statistik verschwindet - und zwar nahezu spurlos.

Damit gerät das offizielle Elektroauto-Ziel der Bundesregierung noch mehr zur Lachnummer als ohnehin. Die große Koalition möchte erreichen, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Stromer auf deutschen Straßen fahren. In diesem Tempo würde es bis zum Jahr 2031 dauern, bis sich der Bestand an reinen Batterieautos auch nur auf 100.000 erhöhte. Eine Million wäre dann 2168 erreicht.

An Altersschwäche der Fahrzeuge sollte der Schwund nicht liegen

Außer reinen Batteriefahrzeugen fließen in die Eine-Million-Rechnung allerdings auch Plugin-Hybride ein, deren Bestand das KBA nicht gesondert ausweist. Sie wurden 2015 in ähnlicher Größenordnung zugelassen wie reine Batteriefahrzeuge.

Dennoch stellt sich die Frage: Wie kommt es dazu, dass jedes zweite Batterie-Elektroauto in Deutschland auf mysteriöse Weise aus der Statistik wieder herausfällt? Immerhin werden moderne Batteriewagen in Deutschland erst seit etwa 2009 verkauft - an Altersschwäche sollte es also nicht liegen. "Stilllegungen und Verschrotten dürften keine Rolle spielen", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber manager-magazin.de.

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